Die Redaktion verzichtet bis Ostern auf Zucker. Auf Süßes deswegen aber nicht.

Langsam spitzt sich die Lage zu. Jedenfalls in Teilen der Redaktion setzt mittlerweile der Frust ob des Zuckerverzichts ein. Eine Kollegin versucht es mit Ersatzprodukten – und ist tief enttäuscht von zuckerfreien Riegeln aus dem Bio-Regal. Die schmeckten wie Pferdefutter, urteilt sie. Glücklich ist sie damit nicht. Jetzt probiere sie nämlich zig Riegel am Tag, statt einfach ein Stück Schokolade zu essen. Das sei doch auch nicht Sinn der Sache.

40 Tage

ohne Zucker

Irgendwie aber schon. Immerhin geht es bei dem Redaktionsfasten und Fasten an sich ja auch um Verzicht. Der kann natürlich wehtun. Das ist Teil der Sache. Und führt dann vielleicht zur Reflexion über die Essegewohnheiten – und vielleicht zu einer Umstellung, wenn die Reflexion ergibt, dass sie nötig ist.

Die Kollegin ist nicht die einzige, die das Zuckerverbot kreativ zu umgehen versucht. Denn die Frau eines anderen Kollegen hilft der Redaktion, indem sie ihrem Mann Bananenbrot mitgibt, wenn sie welches für den Sohn und dessen Betreuungsgruppe backt – mit Datteln und Bananen statt raffiniertem Zucker. Gab es schon öfter in der Redaktion. Kam aber noch nie so gut an wie in der Fastenzeit. Die Stimmung war beinahe überschwänglich, als die Redaktion das Brot bekommen hat. Ein erhellender Moment der Gemeinschaft.

Ein weiteres Bananenbrot gab es aber nicht. Man müsste ja Zeit zum Backen investieren. Die hat sich seitdem keiner mehr genommen. Schokolade wäre einfacher.

Das hat sich die Kollegin mit dem „Pferdefutter“ anscheinend auch gedacht und zu schummeln versucht, als sie sich Schokoladenkugeln in die Tasche gesteckt hat. Dass die dann schmolzen und überall klebten, hätte sie sich denken können. Und das hat sie auch verdient. Denn wenn sie schon schummelt, dann hätte sie wenigstens etwas Teilbares mitbringen können. Denn Fasten ist ja auch Teambuilding. Wir leiden zusammen. Da sollte man auch zusammen schummeln.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer