Duales System: Abfallwirtschaftsgesellschaft setzt sich bei der Ausschreibung für Altglas und Leichtverpackungen durch.

Wuppertal. Auch in den nächsten Jahren ist die Abfallwirtschaftsgesellschaft Wuppertal (AWG) für die Sammlung von Altglas in den gut 470 Containern und die Abfuhr der insgesamt 68000 gelben Tonnen im Stadtgebiet zuständig. "Dass wir uns bei der europaweiten Ausschreibung des Dualen Systems durchsetzen konnten, ist ein großer Erfolg", sagt AWG-Geschäftsführer Wolfgang Herkenberg.

Verträge laufen über drei und vier Jahre - 20 Jobs gesichert

Die Verträge für die Sammlung und den Abtransport so genannter Leichtverpackungen in den gelben Tonnen laufen über vier Jahre. Die Sammlung von Altglas hat sich die AWG für die nächsten drei Jahre gesichert.

Zu finanziellen Details gab es am Donnerstag keine Angaben. Die gewonnene Ausschreibung des Dualen Systems Deutschland (DSD) sichere bei der AWG nicht nur gut 20 Arbeitsplätze, berichtet Herkenberg: Sie unterstreiche auch, dass man sich "gegen eine starke private Konkurrenz durchgesetzt" habe. So liege die "komplette Abfallentsorgung weiterhin in einer Hand."

AWG sieht sich logistisch und bei der Streckenplanung im Vorteil

Tatsache ist, dass die AWG beim Altglas und den gelben Tonnen gegenüber Mitbewerbern logistisch im Vorteil ist und dass sich Konkurrenz von außen in Wuppertal bislang nicht durchsetzen konnte: Nach dem die AWG die beiden Sparten von 2005 bis 2007 vorübergehend abgeben musste, sitzt sie seit Anfang 2008 bei der Abfuhr von Glas und Verpackungen wieder fest im Sattel.

"Unser Vorteil ist dabei auch, dass wir die vielen Tonnen und Container ja bereits bei den Bürgern stehen haben", erklärt Herkenberg: "Ein anderer Entsorger hätte diese bei einem Zuschlag erst kaufen und im Stadtgebiet aufstellen müssen." Auch ihre langjährige Erfahrung bei der Tourenplanung und Abfuhr wertet die AWG als einen ausschlaggebenden Punkt.

EU-Pläne sehen ab 2015 eine weitere Wertstoff-Tonne vor

Nachdem die AWG die gelben Tonnen abgefahren hat, wird deren Inhalt in neun Material-Sorten unterteilt und sortiert zur Weiterverwertung abgegeben. Abfälle, die nicht in die gelbe Tonne gehören, werden im Müllheizkraftwerk der AWG verbrannt. Der Anteil dieser so genannten Fehlwürfe in gelbe Tonnen liegt zwischen 40 und 50 Prozent.

Das Duale System (DSD) und die Mülltrennung sind umstritten: Abgesehen davon, dass ein großer Teil der Abfälle aus den gelben Tonnen verbrannt wird, ist auch die Wiederverwendung der Stoffe angesichts ihrer Materialqualität fraglich. Das DSD finanziert sich über den Grünen Punkt auf Verpackungen - und damit auch über die Verbraucher.

Die DSD-Leistungsverträge sind allerdings nur eine Seite der Medaille: Dem millionenschweren Entsorgungsmarkt steht auch in Wuppertal ein Umbruch bevor: Geht es nach der EU, wird die ohnehin schon umfassende Mülltrennung ab 2015 ausgeweitet - mit einer Wertstofftonne.

Sie wäre als Erweiterung zur gelben Tonne aufzustellen und für Abfälle gedacht, die nicht als Verpackung durchgehen und mit einem grünen Punkt versehen sind, aber aus gleichen Materialien bestehen. Kunststoffe und Metalle fielen beispielsweise darunter.

Die AWG sieht die Aufstellung einer zusätzlichen Wertstofftonne naturgemäß kritisch: Abgesehen von Platzproblemen auf Grundstücken geht es allein in Wuppertal um den Zugriff auf eine Abfallmenge von jährlich etwa 3500 Tonnen. "Das ist auch eine wirtschaftliche Frage", betont Herkenberg. "Wer wird die Tonnen aufstellen?"

Geht es nach der AWG, bleibt es bei der gelben Tonne, in die dann auch die potenziellen Abfälle einer Wertstofftonne gehören. Sie würden nach der Abfuhr ebenfalls aussortiert und weitergeleitet (siehe Info-Kasten).

In Dortmund startet bereits im nächsten Jahr ein Testlauf mit den neuen Wertstoffbehältern - als Ersatz für die gelben Tonnen.

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