Bis zum Jahresende wird der Lagerplatz für Filterstaub mit Asphalt überzogen, um ihn auf Dauer abzudichten. Die Bezirksregierung überwacht die Bauarbeiten am Steilhang.

Wuppertal. Auf den ersten Blick sieht die Fläche aus wie ein riesiger und mit Asphalt überzogener Parkplatz - wenn da nicht das Gefälle wäre, das mit einer alpinen Skipiste mithalten kann und sich unterhalb der Windkraftanlage auf dem Grundstück der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) tief hinab Richtung Burgholzbach zieht.

Unter dem asphaltierten Berg erstreckt sich die Filterstaub-Deponie der AWG. Sie wird auf einer 2,3 Hektar großen Fläche und mit einem Volumen von gut 150000 Kubikmetern bis zum Jahresende abgedichtet. Investiert werden dabei vier Millionen Euro aus AWG-Rücklagen.

Der Filterstaub stammt aus dem AWG-Müllheizkraftwerk in der Nachbarschaft und wurde bis Anfang 2007 auf der Fläche deponiert.

Um zu verhindern, dass Regenwasser in die Deponie läuft und diese ausspült, wird der Filterstaub-Berg nun mit großem Aufwand nach oben hin abgedichtet: mit einer Vlies-Schicht, wasserdichtem Asphalt, Split und Erdreich. Vorgeschrieben und überwacht wird dieses Verfahren von der Bezirksregierung in Düsseldorf. Abschließend wird der Hügel, der schon von Weitem zu sehen ist, noch begrünt und danach regelmäßig kontrolliert.

Geschlossener Wasserkreislauf und Bach-Überwachung

Dass man - anders als bei anderen Deponie-Abdichtungen - hier mit einem harten Abschluss-Material arbeitet und nicht etwa mit Spezialfolien, habe mit dem Filterstaub selbst zu tun, erklärt Ulrike Laws von der AWG beim Ortstermin: Im Gegensatz zu Hausmüll habe sich der gelagerte Filterstaub ähnlich wie Beton verfestigt und könne unter der Abdichtung daher nicht absacken. Eine Staubbelastung gehe von der Deponie nicht aus.

Bei der Müllverbrennung auf Korzert fallen nach AWG-Angaben innerhalb eines Jahres 8000 bis 10 000 Tonnen Reaktionsprodukte sowie 5000 Tonnen Filterstaub aus den Reinigungsanlagen an.
Wurde der Staub bis vor zwei Jahren auf der Deponie am Windkraftrad abgelagert, wird er nun abtransportiert und zum Verfüllen nicht mehr genutzter und wasserdichter Salzbergwerke verwendet.

Der Betrieb des Müllheizkraftwerks auf Korzert steht nicht nur im Fokus der Kontrollbehörden, sondern auch im Blick ebenso wachsamer wie kritischer Nachbarn, die sich unter anderem in einer Initiative für die Südhöhen organisierten.
Eine Konsequenz aus diesen Diskussionen seien das Kontrollprogramm für den Burgholzbach und Informationen für Anwohner, heißt es seitens der AWG.

Auf WZ-Nachfrage widerspricht die AWG Befürchtungen, dass von der Deponiefläche aus verschmutztes Wasser in angrenzende Gebiete sowie den Burgholzbach laufen kann: Die Oberflächen-Abdichtung sorge zum einen dafür, dass die Deponie darunter auf Dauer austrocknet. Das Wasser vom AWG-Gelände werde zum anderen gesondert über ein Rohrleitungssystem in Tanks gesammelt, gereinigt und abschließend im Verbrennungssystem der AWG genutzt, wo es verdampft.

Steilhang der Filterstaubdeponie wird asphaltiert

Hinzu kommen laut AWG regelmäßig Messungen am Burgholzbach selbst - oberhalb der AWG-Anlage, in deren Verlauf sowie unterhalb des Geländes. Derzeit wird der Steilhang der Filterstaubdeponie noch asphaltiert - mit speziell abgesicherten Baufahrzeugen, damit diese nicht hinab ins Tal rutschen.

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