Der Barmer Verschönerungsvereinlud zum dritten Oldtimer-Treffen in den Park ein.

Etwa 110 Oldtimer waren im Laufe des Tages zu Gast.
Etwa 110 Oldtimer waren im Laufe des Tages zu Gast.

Etwa 110 Oldtimer waren im Laufe des Tages zu Gast.

Die historischen Vehikel boten Gelegenheit für schöne Schnappschüsse.

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Etwa 110 Oldtimer waren im Laufe des Tages zu Gast.

Barmen. „Please, don‘t touch“ oder auf Deutsch. „Begrapschen verboten“: Diese Aufschrift trugen die formschönen Modelle in Lack und Chrom, die es bei dem 3. Oldtimertreffen in den Barmer Anlagen zu bewundern galt. Das Regenwetter der letzten Tage ließ die Verantwortlichen kurz vor 10 Uhr skeptisch zum Himmel schauen, schließlich werden die alten Schätzchen von ihren Besitzern ähnlich sorgsam gehütet wie Kleinkinder von besorgten Müttern.

Doch Punkt 10 Uhr passierte ein flunderflaches, zitronengelbes Gefährt, ein „Volksporsche“ von 1974, das Tor unterhalb der Dicke-Ibach-Treppe. Sein Wuppertaler Eigentümer Harald Boning sieht in seinem VW-Porsche auch durchaus einen Gebrauchsgegenstand. „Die Oldies gehen nicht vom Fahren kaputt, sondern vom Stehen“, meinte er gelassen über das glänzende Schmuckstück, von dem es, wie Boning stolz feststellte, nur noch rund 500 in Deutschland geben würde. 16 000 Euro hat er vor drei Jahren dafür bezahlt. „Inzwischen ist es deutlich mehr wert. Im Grunde keine schlechte Wertanlage“, so Boning angesichts der derzeit gezahlten Mini-Zinsen.

Natürlich muss man Liebe, Fleiß, Pflege und auch den einen oder anderen Euro für kostspielige Reparaturen investieren. Zwei wahre Schlachtschiffe, ein knallroter und ein babyblauer Chevrolet Baujahr 1955, Modell Belair, folgten dem Volksporsche auf dem Heck. Fahrer Thomas Sanden aus Marl hatte allerdings seine Bedenken vor der Chevrolet-Tour nach Barmen. „Wenn ich hier die weichen Rasenflächen sehe, dann habe ich schon Angst, mir mein Auto zu versauen“, meinte er besorgt.

Doch die Sorge stellte sich als unbegründet heraus, weil die Sonne erst blinzelte und dann fröhlich lachte. Bei Einfahrt in die Barmer Anlagen wurde übrigens jedem Fahrzeughalter ein großer Papierbogen zum Unterlegen überreicht. „Die Oldies sind manchmal inkontinent, und da könnte Öl auf den Rasen tropfen“, erklärte Wilfried Breimes, stolzer Halter eines Jeep 1980 CJ7. „Aber meiner ist natürlich dicht“, sagte er mit Blick auf sein 230 PS starkes Kraftpaket.

Auch kuriose Gefährte fehlten nicht

Ein Mega-Optimist namens Bernd Dürholt war mit seinem Jaguar Cabriolet Baujahr 1956 mit offenem Verdeck angereist. „Bei Rallyes haben wir schon Schnee und Regen abgekriegt. Ich habe ein Faltdach dabei, und das ist in fünf Minuten installiert“, hatte er keine Sorgen um das mit Leder überzogene Innenlebens seines Lieblings.

Ein wenig kurios, aber sehr funktional war auch der Renault R4 „Plein Air“ mit Reißverschlussdach, eine spezielle Ausfertigung des zwei Millionen Mal gebauten Franzosen, der natürlich ebenso wie die noch brauchbaren Käfer aus den 60ern dankbare Objekte für die vielen Fotografen unter den Zuschauern war.

Ehrfürchtig bestaunt wurde auch der cremefarbene Rolls Royce Silver Shadow von 1976. Laut Hersteller unverwüstlich, doch das ist wohl eher eine Schutzbehauptung, wie Besitzer Günther Grifka sagte. „Was rostet, das rostet, auch beim Rolls Royce“ meinte er mit liebevollem Blick auf das imposante Gefährt mit der Kühlerfigur Emily. „Da muss man schon viel Pflege hineinstecken, damit man den Wagen auch für Hochzeiten und Repräsentationszwecke vermieten kann.“

Niedliche Fiat Abarths, mächtige Limousinen, schnittige Cabrios, Elegantes und Kurioses wie der Morris-Kastenwagen mit Holzverkleidung, Sehenswürdigkeiten, die von vier Einweisern auf die richtigen Plätze geschickt wurden, sie alle gaben einen prächtigen Blickfang ab.

Event-Manager Denis Kessmeyer konstatierte am Ende denn auch zufrieden: „Rund 110 Autos sind im Laufe des Tages gekommen und wieder weggefahren. Die Barmer Anlagen haben sich als echter Magnet erwiesen.“ Nur zuschauen, und leider nicht ausstellen konnte der frühere WSV-Spieler und Rallye-Fahrer Detlef Webers seinen „antiken“ Mini: „Der hat die Reise von Remscheid nach Wuppertal nicht mehr geschafft.“

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