Am 10. Juni findet die 3. WZ-Autoschau auf dem Campus Freudenberg statt. Das Spektrum reicht von neuen Modellen bis zu zukünftigen Formen der Mobilität.

Am 10. Juni findet die 3. WZ-Autoschau auf dem Campus Freudenberg statt. Das Spektrum reicht von neuen Modellen bis zu zukünftigen Formen der Mobilität.
Panagiota Petridou wird die WZ-Autoschau besuchen und auf einem Rundgang einige Tipps zum Autokauf geben. Archiv

Panagiota Petridou wird die WZ-Autoschau besuchen und auf einem Rundgang einige Tipps zum Autokauf geben. Archiv

Andreas Fischer

Panagiota Petridou wird die WZ-Autoschau besuchen und auf einem Rundgang einige Tipps zum Autokauf geben. Archiv

Am Sonntag, 10. Juni, findet von 11 bis 17 Uhr die 3. WZ-Autoschau auf dem Campus Freudenberg der Bergischen Universität an der Rainer-Gruenter-Straße statt. Neufahrzeuge von mehr als 20 Autoherstellern sind auf dem Ausstellungsgelände zu sehen. Die Westdeutsche Zeitung als Veranstalter informiert an diesem Tag aber nicht nur über die neuesten Modelle, sondern sie lädt die Besucher dazu ein, einen Blick in die Zukunft der Mobilität zu werfen.

In Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität, der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, dem Institut für Qualität- und Zuverlässigkeitsmanagement (IQZ) sowie der Bergischen Energieagentur und dem Unternehmen Aptiv sind Diskussionsrunden geplant, in denen Experten über den aktuellen Stand der Forschung zum autonomen Fahren, der Entwicklung der Elektro-Mobilität und über weitere technische Alternativen zum Verbrennungsmotor informieren. Ein wichtiges Thema werden dabei auch die zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen für die Bergische Region sein. In der Automotive-Region Bergisches Land sind 17 000 Fachkräfte beschäftigt. Den Unternehmen steht bis 2030 ein grundlegender Wandel bevor, den es zu meistern gilt.

Die Faszination moderner Autos ist trotz des Diesel-Skandals ungebrochen. Allerdings ist absehbar, dass der Wandel zu einer „Neuen Mobilität“ unaufhaltsam ist und es bis 2030 zu gravierenden Änderungen in der Produktion und der Nutzung von Autos kommen wird. Die Bergische Universität und die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft haben als Herausgeber diese Veränderungen in einer Studie mit dem Titel „Automotive-Region Bergisches Städtedreieck 2030“ zusammengefasst. Inhalte dieser Studie werden am Sonntag, 10. Juni, Grundlagen für drei Gesprächsrunden (12, 13.30 und 15 Uhr) im Hörsaalzentrum des Campus Freudenberg sein. Eingeleitet wird das Gespräch jeweils mit einem Film über die Forschung von Aptiv und von Testfahrten autonomer Fahrzeuge in Las Vegas.

Das Innovations- und Digitalministerium NRW fördert aktuell das Forschungsprojekt Affiance (Zuversicht) der Bergischen Universität. Affiance bedeutet: Adaptierbare Fahrzeugarchitektur für Automatisierte Fahrzeuge. Es geht also um autonomes Fahren, das die Uni unter anderem in Zusammenarbeit mit Aptiv, der Technischen Universität Dortmund und dem IQZ entwickelt.

„Was wir aktuell an autonomen Fahrzeugen im Einsatz sehen, sind reine Testfahrzeuge. Da ist der Kofferraum noch vollgestopft mit Computern“, erklärt Prof. Anton Kummert, Mit-Herausgeber der Automotive-Studie. Auf einer Skala für autonomes Fahren von 1 bis 5 sei bisher maximal Stufe 3 (bedingte Automatisierung) erreicht worden. An der Wuppertal Uni wird derzeit geforscht, wie sich das System im Auto bei Systemfehlern selbst stabilisieren kann, ohne dass der Fahrer zwischenzeitlich wieder die Kontrolle übernehmen muss (Stufe 4). Erst bei Stufe 5 (Vollautomatisierung) sei das Fahrzeug dann in der Lage, in jeder Situation, in jedem Umfeld und bei allen Wettersituationen die gesamte Fahraufgabe vollständig zu übernehmen. Bis 2030 könnten die Voraussetzungen für die Stufe 5 geschaffen sein.

Das Tempo der Entwicklung im automobilen Sektor wird extrem beschleunigt, weil die Umstellung vom Verbrennungsmotor zur E–Mobilität und die Entwicklung zum autonomen Fahren nahezu auf der gleichen Zeitachse verlaufen. In beiden Fällen sieht Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, China als den großen Treiber. „In einem zentralistisch regierten Land wird es wesentlich schneller möglich sein, die Infrastruktur für autonomes Fahren in den Städten zu schaffen“, lautet seine Prognose.

Andreas Braasch, Geschäftsführer von IQZ, erwartet in der Folge eine dritte revolutionäre Entwicklung. „Es werden Geschäftsfelder entstehen, die bestehende Modelle ablösen werden. Darauf müssen die Autozulieferer vorbereitet sein. Die bergischen Unternehmen sind gut aufgestellt, aber sie haben keine Zeit, sich zurückzulehnen“, sagt Braasch.

Auf dem Außengelände des Campus Freudenberg gibt es weitere Informationen aus erster Hand. Die Bergische Universität stellt ihre Solarstation vor und berichtet über den effektiven Einsatz der Sonnenenergie. Das Green Racing Team der Uni präsentiert seinen spektakulären Boliden. Polizei und Landesverkehrswacht werden mit Informationsständen vertreten sein. Außerdem werden die Junior Uni mit kleinen Experimenten und das Bergische Schultechnikum (Best) mit Modelautos mit Brennstoffzellen vor allem den jungen Besuchern der Autoschau demonstrieren, wie spannend und unterhaltsam Wissenschaft sein kann.

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