Auf der Wuppertaler Teststrecke soll der Wagen lernen, sich im Verkehr zurechtzufinden.

Testfahrt ohne Hand am Steuer: Im März soll ein Prototyp in Wuppertal unterwegs sein.
Testfahrt ohne Hand am Steuer: Im März soll ein Prototyp in Wuppertal unterwegs sein.

Testfahrt ohne Hand am Steuer: Im März soll ein Prototyp in Wuppertal unterwegs sein.

Delphi

Testfahrt ohne Hand am Steuer: Im März soll ein Prototyp in Wuppertal unterwegs sein.

Wuppertal. Statt am Steuer konzentriert hinter der Windschutzscheibe zu kleben, sich einfach entspannt zurücklehnen, in einem Buch blättern oder E-Mails beantworten – dieser Autofahrer-Traum soll in Wuppertal Wirklichkeit werden. „Bis zum autonomen Auto dauert es noch eine Weile“, sagt Thomas Aurich von der Firma Delphi. Das Unternehmen arbeitet intensiv an der vernetzten Technik im Fahrzeug und plant, in den kommenden Monaten den ersten Protyp auf die Straße zu schicken. „Derzeit ist ein Kollegen-Team in den USA zur Technikeinweisung.“

Anschließend soll das Fahrzeug ins Bergische Land kommen und hier seine Runden drehen. „In Deutschland ist das autonome Fahren auf technischer Basis ohne den Menschen am Steuer noch nicht zulässig. Deshalb müssen zunächst Teststrecken und Testfahrten entwickelt werden“, teilt Jessica Eisenmann von der Bezirksregierung Düsseldorf auf Anfrage mit. Die Behörde ist für die Zulassung des Wagens zuständig. Bisher liege jedoch noch kein Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung vor.

Sobald das intelligente Auto über die Wuppertaler Teststrecke rollt, ist die Stadt gefordert, ihr Mobiliar entsprechend anzupassen. „Wir müssen möglicherweise bei den Spuren etwas ändern, damit das Fahrzeug sie auch lesen kann. Wie das mit dem Kreisel am Husar ist, weiß ich allerdings nicht“, sagt Stadt-Sprecherin Martina Eckermann.

Wie ein Fahranfänger müsse das System lernen, seine technischen Fähigkeiten auch im Verkehr umzusetzen, erklärt Thomas Aurich. Deshalb ist zunächst immer ein Fahrer als Lehrer mit an Bord, der die Technik im Auge behält. „Er muss die Software an verschiedene Situationen heranführen. Sie muss den Alltag hier buchstäblich erfahren. Denn die Straßen sind hier schmaler, die Bebauung dichter und die Geschwindigkeit anders als in Kalifornien.“

Das Auto soll außerdem mit seiner Umgebung kommunizieren, Ampelphasen erfassen und Fußgänger warnen. „Wir haben dabei vor allem die Passanten im Blick, die ständig auf ihr Smartphone schauen. Ihnen könnte das Fahrzeug eine Warnung an das Handy senden und das Telefon seinerseits das Auto warnen“, sagt Thomas Aurich. Das lasse sich alles nicht im Labor simulieren, sondern nur in der Wirklichkeit testen. Die erste Fahrt ist bereits für Ende März vorgesehen, sofern alles nach Plan läuft. „Wir sind schon sehr gespannt auf die nächste Phase.“

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