Der Abbau der Wupper-Talbrücke läuft nun in großem Umfang – und trifft Anwohner wie die Familie Aschoff besonders hart. Sie kämpft mit Lärm und Staub.

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Von seinem Garten aus hat Hans-Joachim Aschoff freie Sicht auf die A 1 und ihre Baustelle.

Von seinem Garten aus hat Hans-Joachim Aschoff freie Sicht auf die A 1 und ihre Baustelle.

Uwe Schinkel

Von seinem Garten aus hat Hans-Joachim Aschoff freie Sicht auf die A 1 und ihre Baustelle.

Barmen. Während am Haspel seit etlichen Monaten darüber gestritten wird, wie laut Skateboardfahrer sein dürfen, liegen am Hammesberger Weg an der A 1 aus anderen Gründen die Nerven blank: Auch dort geht es um Lärm - allerdings um ein Vielfaches drastischer. "Die Geräuschkulisse hier ist kaum noch zu ertragen", erklären Ursula und Hans-Joachim Aschoff.

Vom Garten aus Blick auf die A 1 und schweres Baugerät

Vom Wohnzimmer und Garten aus haben die Wuppertaler nicht nur einen freien Blick auf die A 1 und die Lärmschutzwand auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn. Unterhalb ihres Grundstücks werden seit gut vier Wochen tonnenschwere Fahrbahn- und Betonstücke zerlegt, die aus der Wupper-Talbrücke entfernt wurden.

"Wir dachten zuerst, das ist Blütenstaub."

Ursula Aschoff über den Baustellen-Schmutz im Garten

Während die sieben großen Stahlfelder nun Stück für Stück nach unten befördert und unterhalb der Brücke zerteilt werden, rückt am Grundstück der Familie Aschoff schweres Gerät dem Brücken-Beton neben der Autobahn zuleibe: Das Material wird zerkleinert und kommt nach Information des Landesbetriebs danach beim Straßenbau zum Einsatz.

"Wir dachten zuerst, das ist Blütenstaub", erklärt Ursula Aschoff und zeigt den feinen Schmutzfilm, der im Garten und am Haus zu finden ist. Wie in Nebelschwaden sei der Betonstaub von der Baustelle aus aufs Grundstück gelangt. Jetzt freut sich das Ehepaar über jeden Tag, an dem es regnet. Auf Beschwerden hat die Bauleitung - wie berichtet - reagiert und im Zwei-Schicht-Betrieb auf der Baustelle auf Einhaltung der Ruhezeiten gedrängt.

Morgens ab kurz nach sechs wird es noch lauter als ohnehin

Für die Aschoffs ein schwacher Trost: "Um kurz nach sechs geht es morgens los", fügen die Anwohner mit Blick auf das Meißel- und Zerlege-Werkzeug hinzu. "Warum kann man die Stücke nicht etwas weiter oberhalb unseres Grundstücks zerlegen?", fragt Ursula Aschoff.

Und die Anwohner am Hammesberger Weg kämpfen noch an einer anderen Lärmfront: Seit dem Umbau der A 1 liege die stark befahrene Autobahn ein ganzes Stück höher, erklärt Hans-Joachim Aschoff. Dadurch, dass es bislang nur auf der anderen Seite der A 1 eine Lärmschutzwand gibt, werde die Geräuschkulisse von der Autobahn aus noch verstärkt. Notdürftig hat Aschoff mit Ästen und Zweigen im Garten einen Wall zur Autobahn hin angelegt.

"Dabei wurde uns schon 1995 eine Lärmschutzwand versprochen", fügt der Ingenieur hinzu, der seit 35 Jahren am Weg oberhalb der Autobahn wohnt und sich intensiv mit dem Thema Lärm befasst. Nach weiteren Ärgernissen muss die Familie nicht lange suchen: Als eines nachts um zwei Uhr früh an der A 1 an Bohrpfählen gearbeitet wurde, habe man kurzerhand die Polizei gerufen.

Jetzt hofft man am Hammesberger Weg, dass mit dem Neubau der Talbrücke wenigstens das alte Lärmschutz-Versprechen eingelöst wird. Für Ursula Aschoff steht eines fest: "Lärm macht krank."

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