Die Gitarristen von „GolzDanilov“ studieren noch. Dennoch haben sie viele Wettbewerbe gewonnen und legen ihre erste CD vor.

Die Gitarristen von „GolzDanilov“ studieren noch. Dennoch haben sie viele Wettbewerbe gewonnen und legen ihre erste CD vor.
Starten als Gitarrenduo durch: (v.l.) Sören Alexander Golz und Ivan Danilov – kurz „GolzDanilov“.

Starten als Gitarrenduo durch: (v.l.) Sören Alexander Golz und Ivan Danilov – kurz „GolzDanilov“.

Stefan Fries

Starten als Gitarrenduo durch: (v.l.) Sören Alexander Golz und Ivan Danilov – kurz „GolzDanilov“.

Sie sind gerade mal 23 beziehungsweise 25 Jahre jung und haben doch schon viele Preise eingeheimst. Ein ganz besonderer kam diesen Herbst hinzu: Auf Vorschlag einer Fachjury wurde dem Gitarrenduo Alexander Golz und Ivan Danilov der Förderpreis Kultur (Sparte Musik) NRW zuerkannt. „Aus meiner Klasse sind schon zahlreiche Preisträger renommierter Wettbewerbe hervorgegangen. Dieser Preis ist aber etwas Anderes. Er findet dich“, freut sich ihr Lehrer und Mentor Alfred Eickholt. Der Professor für Gitarre an der Musikhochschule für Tanz und Musik Köln, Standort Wuppertal, ist stolz auf seine Ausnahmetalente, erzählt, dass ihm erst vor kurzem bei einem Benefizkonzert seiner Schüler in Schwelm der Gitarrist der Band Farfarello begeistert gesagt habe, noch nie ein so virtuos, präzises und emotionales Spiel gehört zu haben.

Beide kommen als Jungstudenten nach Wuppertal

Zwei Jungs, zwei stringente Wege in die Musik. Ivan Danilov kam mit drei Jahren von Russland nach Deutschland, wo er Klavier und mit neun Jahren das Gitarrenspiel an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf lernte. „Ich fand die Klangfarben und die Möglichkeiten ansprechender.“ Als er 15 war, empfahl ihn seine Lehrerin zum Jung-Studium nach Wuppertal. Der Hildener Sören Alexander Golz nahm bei einem Tag der offenen Tür in der Langenfelder Musikschule die Gitarre mit nach Hause – als Hauptgewinn der Tombola. Und weil ihn die Fingerbewegungen von Gitarrenspielern eh schon faszinierten, folgten mit acht Jahren der Unterricht am Instrument und mit 14 Jahren die Empfehlung zur Musikhochschule. Dort überzeugten Danilov und Golz das Aufnahmegremium um Eickholt, setzten sich gegen rund hundert Mitbewerber durch, von denen gerade mal zirka zehn im Jahr für die Standorte Köln, Wuppertal und Aachen zum Studium zugelassen werden.

Ein fester Bestandteil des Studiums ist das Vorspiel in Wettbewerben und bei Konzerten. Eickholt brachte die Schüler zusammen, bildete zunächst ein Quartett, aus dem später das Duo „GolzDanilov“ hervorging. Das gewann stets erste Preise bei „Jugend musiziert“-Wettbewerben auf Bundesebene – bis sie aus Altersgründen nicht mehr mitmachen durften. Weitere (erste) Preise gewannen sie beim weltweit bedeutendsten Jugendwettbewerb „Andrés Segoria“, beim Barmenia-Hochschulwettbewerb für Studierende in NRW, beim Internationalen Wettbewerb für Gitarrenduos in Liechtenstein (2016). Zuletzt kam dann der Förderpreis NRW, der, so Eickholt, besage, „dass sie kulturelle Hoffnungsträger des Landes sind“. Auch Pina Bausch habe diesen Preis einmal erhalten.

Längst sind Danilov und Golz Wuppertaler, ihr Master-Studium neigt sich allmählich dem Ende zu, sie perfektionieren ihr Gitarrenspiel, spielen Klavier, komponieren und schreiben Stücke für ihr Lieblingsinstrument um. Und sie geben vermehrt Konzerte. Als willkommener Nebeneffekt der vielen Wettbewerbsgewinne werden sie bekannter, erhalten Einladungen, spielen bei großen Gitarrenfestivals, waren in Chongqing (China) und Paris, treten im Dezember in Brüssel auf – und kommen natürlich auch wieder auf die Wuppertaler Bühne, voraussichtlich im Frühjahr 2018. Eickholt: „Sie haben auch schon mit vielen bekannten Gitarrenspielern gespielt.“

Gerade wurden neue Gitarren bestellt. Während der Wartezeit, drei Jahre sind für ein gutes Instrument nicht selten, müssen eben die Instrumente aus dem Studium herhalten. Mit denen spielt „GolzDanilov“ am liebsten klassische und südamerikanische Musik aus dem 20. Jahrhundert. Auf der gerade fertiggestellten Debüt-CD„vir2os“ sind Jazz-, Samba- und Klassik-Stücke. Gibt es ein Lieblingslied? „Nein“, meint Danilov, „das ist nach Stimmung ganz verschieden“.

Trotz der Freude über Talent und Erfolg, weiß Eickholt, dass nur wenige nach ganz oben kommen. „Das wird nicht einfach“, warnt er, aber: „Sie haben gute Startzeichen.“

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