Alte Verkehrsbauwerke wie Brücken, Viadukte und Tunnel-Anlagen sind mit Vorsicht zu genießen. Das weiß man bei der Stadt aus bitterer Erfahrung: Zu oft musste man viel Geld in marode Verkehrsinfrastruktur stecken, um diese zu erhalten. So hielt sich bei der Fachverwaltung im Rathaus mit Sicherheit die Freude in Grenzen, als man von der Immobilienverwaltung der Bahn die historischen Bauwerke der Nordbahntrasse übernommen hat.

Entsprechend streng nimmt man jetzt Stein für Stein unter die Lupe und macht der Wuppertal Bewegung nicht minder strenge Vorgaben - etwa, was die Absicherung und Abdichtung der Viadukte von oben betrifft, damit sie lange halten. Das ist verständlich, weil es nicht zuletzt um die Sicherheit unterhalb der Trasse geht: Sollte dort etwas passieren und sich herausstellen, dass oben zuvor mangelhaft abgesichert wurde, dann hält die Stadt den Kopf hin. So weit, so heikel.

Tatsache ist aber auch, dass die vielen Brücken, Tunnel-Anlagen und Viadukte ohne das Projekt Nordbahntrasse auf Dauer verfallen würden - dann allerdings in der Verantwortung der Bahn. So bleibt der Rad- und Wanderweg ein Glücksfall, den niemand in Zweifel ziehen darf, ganz gleich, auf welcher Seite des Schreibtischs er sitzt. Der Weg zum großen Ziel ist steinig, konfliktbeladen und aller Voraussicht nach auch noch teurer als erwartet.

Um so wichtiger ist es, auch diese Hürden in den nächsten Jahren sachlich und kompromissbereit zu nehmen - und den Vorbesitzer dabei nicht aus der Verantwortung zu entlassen. Das ist nicht zuletzt eine Frage der Fairness.

Ein Beispiel: Die Wuppertal Bewegung und ihre Mitstreiter hatten auf der Trasse die Arbeit beim Entfernen der Schienen. Der Ertrag aus dem Schrottverkauf, immerhin eine Summe von bis zu 200.000 Euro, geht vertraglich zugesichert an die Bahn. Sie hat also auch in diesem Punkt ein sehr gutes Geschäft gemacht.

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