Die Bürger befürchten eine erhebliche Feinstaub- und Lärmbelastung durch die Anlage.

Die Bürger befürchten eine erhebliche Feinstaub- und Lärmbelastung durch die Anlage.
Mit schwarzen Ballons hatten die Bürger bereits im Sommer protestiert. Archiv

Mit schwarzen Ballons hatten die Bürger bereits im Sommer protestiert. Archiv

Anna Schwartz

Mit schwarzen Ballons hatten die Bürger bereits im Sommer protestiert. Archiv

Vohwinkel. Es bleibt eines der großen Aufreger-Themen in Vohwinkel. Gegen das geplante Asphaltmischwerk in Dornap hat sich mittlerweile eine massive Protestwelle entwickelt. Das zeigte die offizielle Beteiligung der Öffentlichkeit am Bebauungsplan deutlich. Knapp 200 Bürger waren ins Gemeindezentrum an der Gräfrather Straße gekommen. Vor allem die Anwohner machten bei der Veranstaltung ihrem Ärger lautstark Luft.

Entsprechend schwer hatten es Investor und Gutachter. Sie bemühten sich, die Anwesenden von den ihrer Auffassung nach moderaten Auswirkungen des neuen Asphaltmischwerks zu überzeugen. Auf sie prasselte allerdings eine Fülle kritischer Nachfragen und Anmerkungen ein. Zusammen mit der ausführlichen Vorstellung der Gutachten wurde es ein langer Abend..

Produktion rund um die Uhr

Bereits zu Beginn machten es die Bürger Deutag-West Niederlassungsleiter Jörg Rasch nicht leicht. Dieser betonte, dass aktuell in Dornap bereits rund 120 000 Tonnen Asphalt produziert würden. Die Deutag betreibt bisher eine alte Anlage aus den 50er Jahren. Diese lässt sich aufgrund von Eigenbedarf des dort ansässigen Kalkbetriebs nicht weiter nutzen.

Vorgesehen ist ein neues Werk, das 300 Meter nordwestlich vom alten Standort liegen soll. Maximal 200 000 Tonnen pro Jahr soll es produzieren – rund um die Uhr. „Es wird aber auch Zeiten geben, in denen die Produktion ruht“, verspricht Jörg Rasch. Es komme auf die Auftragslage an. Ein Hauptkritikpunkt bleibt die Befeuerung der 55 Meter hohen Anlage mit Braunkohlestaub. „Das ist das Standard Heizmedium“, betont Rasch. Eine Befeuerung mit Gas sei unwirtschaftlich.

Die Bürger werfen dem Betreiber vor, ihre Gesundheit aus finanziellen Gründen zu gefährden. Dem widersprachen im Anschluss die Gutachter. „Es ist alles im grünen Bereich“, sagte etwa Eva-Maria Schmitz, die die Maßnahmen zum Schallschutz erläuterte. Die Lärmbelastung für die Nachbarn liege auch in den Nachtzeiten deutlich unter den Grenzwerten. Für den Brecher auf dem Gelände sei eine Schallschutzwand geplant.

Das neue Asphaltmischwerk befindet sich nur rund 200 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt. Entsprechend besorgt sind die Nachbarn. Doch auch bei der Staubbelastung sehen die Experten keine Probleme. „Wir liegen bei den Luftschadstoffen im Bereich der Irrelevanzwerte“, sagt Gutachterin Katharina Braunmiller. Ihr Kollege Harald Blanke gibt Entwarnung beim Verkehr. „Die Qualität wird sich nicht verschlechtern“, sagte er.

Lediglich beim Artenschutz gibt es laut den Gutachten offene Punkte. „Der Lebensraumverlust der Kreuzkröte ist noch zu prüfen“, sagt Landschaftsplaner Thomas Kordges. All diese Ausführungen konnten den Besuchern ihre Bedenken nicht nehmen. Der zweite Vorsitzende der Bürgerinitiative IG Frischluft Dietmar Rebensburg verweist auf die Auswirkungen der parallel geplanten Süderweiterung von Rheinkalk. „Diese Belastung kommt für uns noch dazu“, betonte er.

Der städtische Teamleiter für Bauplanung Wolfram Röhrig versprach, diesen Sachverhalt zu prüfen. Für die Politik war die Öffentlichkeitsbeteiligung ein deutliches Signal. „Wir nehmen die Sorgen der Anwohner sehr ernst“, sagt Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD).

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