Die Agentur für Arbeit hat ihre Jahresbilanz gezogen. Demnach ist der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit durch Zuwanderung von Flüchtlingen ausgeblieben.

Wuppertal. Der Dezember kann das Bild nicht trüben – obwohl das Städtedreieck im letzten Monat 2016 einen minimalen Anstieg der Arbeitslosenzahlen hinnehmen musste. Dennoch ist das Jahr erfolgreich verlaufen. Zu dieser Schlussfolgerung gelangte Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, am Dienstag Morgen vor Journalisten. Der Markt sei „stabil und in ruhigem Fahrwasser“ geblieben. „Der spätestens ab Sommer erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit durch den Zuzug geflüchteter Menschen ist ausgeblieben“, sagte Klebe. „Obwohl diese auf dem Arbeitsmarkt angekommen sind.“

Inzwischen hat jeder vierte Arbeitslose im Städtedreieck einen ausländischen Pass. „Hier verzeichnen wir einen deutlichen Zuwachs“, berichtete Klebe. Allein im vergangenen Jahr sei der Anteil um rund 13 Prozent gestiegen. Zu den 40 651 Deutschen, die eine Stelle suchten, kamen 9486 Ausländer ohne sowie 4436 mit Fluchtgeschichte. Wie sich diese Verteilung 2017 entwickeln wird, ist für die Agentur schwer zu prognostizieren. Dies hänge nicht nur davon ab, wie viele Menschen weiterhin in die Region kämen, sondern auch davon, wie Sprachförderung und Qualifizierungsanstrengungen greifen. Laut Klebe konnte die Arbeitsagentur hier im vergangenen Jahr Erfolge erzielen. Für 2017 hat sich das Budget mehr als verdoppelt. 2,2 Millionen Euro stehen allein für Geflüchtete zur Verfügung. Das Geld stellt Berlin der Behörde bereit.

Bisher sind fünf zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden, zwei arbeiten in Wuppertal, zwei in Solingen und einer in Remscheid. Es sei aber in den kommenden Jahren viel Geduld gefragt, bis es gelinge, die Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sagte Klebe. „Wir haben ein dickes Brett zu bohren.“

Gleichzeitig betonte er, dass aufgrund dieser Herausforderung niemand zu kurz komme. Auch in anderen Bereichen steigt das Budget - etwa für Weiterbildung, Gründungszuschüsse, Berufsvorbereitung und Ausbildung. 29,1 Millionen Euro stehen der Agentur in diesem Jahr zur Verfügung. 2016 waren es 24,8 Millionen Euro. Im Dezember 2016 waren im Städtedreieck 29 061 Menschen arbeitslos, 81 mehr als im November und 173 (+0,6 %) mehr als zwölf Monate zuvor.

Im Dezember waren in Wuppertal 16 835 Personen arbeitslos, 44 mehr als im November und 371 mehr als im Dezember vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 9,5 Prozent. Vor einem Jahr im Dezember 2015 belief sich die Quote auf 9,3 Prozent. Im Dezember meldeten sich 3 492 Personen neu oder erneut arbeitslos, das waren 250 mehr als im November und 276 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 3 428 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 29 weniger als im November, aber 192 mehr als im Dezember 2015.

Seit Jahresbeginn 2016 meldeten sich 43 494 Menschen bei der Wuppertaler Arbeitsagentur oder dem Jobcenter, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um 482 Meldungen. Dem gegenüber stehen 43 478 Abmeldungen von Arbeitslosen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind dies 869 Abmeldungen weniger.

Aktuell sind 6634 Ausländer in Wuppertal arbeitslos gemeldet, 976 Personen oder 17,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Dezember sind 1 580 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahre in Wuppertal auf Jobsuche, 197 oder 14,2 Prozent mehr als im Dezember 2015.

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