Oberbürgermeister Peter Jung traf die 30  neuen Jugendräte. Und die hatten Fragen zu Stadtfinanzen und Investitionen im Gepäck.

Wuppertal. Im vergangenen November Jahres wurden sie gewählt – die 30  neuen Jugendräte der Stadt Wuppertal (siehe Kasten). Jetzt trafen sie zum ersten Mal Oberbürgermeister Peter Jung (CDU). Der hatte zur offenen Gesprächsrunde ins Barmer Rathaus geladen. Für die Nachwuchspolitiker kam Jung vom Rednerpult herunter und schleppte Stühle, um näher bei den neuen „Kollegen“ sitzen zu können. Verstärkung brachte er in Person von Sozialdezernent Stefan Kühn (SPD) und Britta Jobst vom Fachbereich Jugend und Freizeit mit.

Und er stimmte die Jugendlichen auf ein gemeinsames Ziel ein: „Wir wollen mit Ihnen zusammen erreichen, dass sich Jugendliche in Wuppertal wohlfühlen.“ Doch auch dabei kam er nicht um die Einschränkungen herum, die das große Kassendefizit der Stadt für die Jugendlichen mit sich bringt.

Für viele Ideen der Jugendlichen fehlt der Stadt einfach das Geld

Eine schwierige Situation, denn für viele Ideen der Jugendlichen wird es schlichtweg kein Geld geben. Der Grund ist hinlänglich bekannt: Die Bezirksregierung als Kontrollbehörde wacht über den Wuppertaler Haushalt und verbietet viele Investitionen. Doch die Jugendlichen wollten trotzdem wissen, wieso die Arbeiten rund um das Projekt Stadtentwicklung 2015 in Oberbarmen ins Stocken geraten sind. Die Stadt, so erklärt es ihnen Jung, könnte die finanziellen Eigenanteile dafür einfach nicht aufbringen. Sorgen bereitet den Jugendlichen die Überlegung der Stadt, den Carnaper Platz zu verkaufen. Sie befürchten, der Ferienzirkus könne damit nicht mehr stattfinden. Doch da gab Dezernent Kühn Entwarnung: „Wir werden den Platz nur verkaufen, wenn es für den Zirkus Casselly, die Kirmes und all die anderen Veranstaltungen einen geeigneten Ausweichplatz gibt.“

Zuletzt zeigten die Jugendlichen wenig Interesse an Politik. Wie berichtet, wurden im vergangenen Jahr keine Bezirksjugendräte gewählt. Der Grund: Wuppertalweit hatten sich nur 53 Kandidaten gefunden – in Ronsdorf beispielsweise kein einziger. Um Bezirksjugendräte bilden zu können, wären mindestens 65  Anwärter nötig gewesen. Somit gibt es derzeit „nur“ den Jugendrat.

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