Oberbürgermeister will „Kultur für alle“, ist aber „kein Dukatenesel“.

Oberbürgermeister will „Kultur für alle“, ist aber „kein Dukatenesel“.
Museumsdirektor Gerhard Finckh führte Oberbürgermeister Andreas Mucke durch die Ausstellung „Weltkunst“.

Museumsdirektor Gerhard Finckh führte Oberbürgermeister Andreas Mucke durch die Ausstellung „Weltkunst“.

Anna Schwartz

Museumsdirektor Gerhard Finckh führte Oberbürgermeister Andreas Mucke durch die Ausstellung „Weltkunst“.

Wuppertal. „Natürlich stehe ich für die Kultur“, sagte Oberbürgermeister Andreas Mucke, nachdem ihn Museumsdirektor Gerhard Finckh durch die „Weltkunst“, die aktuelle Ausstellung im Von der Heydt-Museum, geführt hatte. Mucke möchte kulturelle Angebote „nicht nur für die Schöngeister und Reichen, sondern für alle“. Auf der anderen Seite sei er kein Dukatenesel: „Selbst wenn der Haushalt ausgeglichen ist, können wir nur kleine Sprünge machen. Ich kann kein Geld mitbringen, aber dafür bin ich gerne Lobbyist.“

Das kann er umgehend bei einem Anliegen von Gerhard Finckh umsetzen: Wenn die Integration von Flüchtlingen gelingen soll, gehe eigentlich kein Weg am Museum vorbei, sagt der Direktor. Das Haus ist aber auf Eintrittsgelder angewiesen und kann Besuchergruppen nicht kostenlos hineinlassen. Mucke, der ebenfalls Kultur für die Integration als unerlässlich ansieht, will sich nun dafür einsetzen, Sponsoren für Kartenkontingente zu finden.

Der Oberbürgermeister denkt zudem über eine Familienkarte für alle Wuppertaler nach, die verbilligten Eintritt ins Theater, in Museen und Bibliotheken ermöglicht.

Mucke weiß natürlich um den Wirtschaftsfaktur Kultur: „Wenn man einen Euro investiert, bekommt man mehrere Euro zurück, weil Besucher Geld in der Stadt ausgeben.“ Das fällt der finanziell klammen Stadt schwer, doch der aktuelle Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt NRW moniert selbst den Umfang der deutlich zusammengesparten Kulturangebote.

Mucke hat nach seinem Amtsantritt trotzdem zusätzlich 20 000 Euro für die freie Szene und 80 000 Euro für die Bühnen locker machen können. Doch die finanziellen Spielräume bleiben eng: „Wir werden es niemals schaffen, freie Künstler so zu unterstützen, dass sie damit ein Auskommen haben.“

Dessen ungeachtet sei nicht nur das Museum immer wieder ein Erlebnis, sondern generell die blühende Musik-, Literatur-, Kunst- und Tanzszene. „Damit können wir auch außerhalb punkten. Wer fährt schon nach Düsseldorf?“, sagt Mucke und grinst.

Doch will man Menschen aus anderen Städten nach Wuppertal holen, müssen diese Menschen erst einmal wissen, was es in dieser Stadt zu sehen gibt. Bisher fehlte aber immer das Geld, um selbst für Großaktionen wie Viertelklang auswärts ein klein wenig zu werben.

Immerhin hat das Stadtmarketing gerade eine Stelle eingerichtet, die sich um den Kunst- und Kulturtourismus kümmern soll. Bisher haben sich Museum, Tanztheater, Skulpturenpark und Stadthalle dafür in Eigeninitiative zusammengetan und sind auf Tourismusmessen gefahren.

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