Marc Bruch und Lars Roth sind die Gründer der „Riesen-WG“ – jetzt haben sie den Gebäudekomplex gekauft und planen mehr.

Marc Bruch und Lars Roth sind die Gründer der „Riesen-WG“ – jetzt haben sie den Gebäudekomplex gekauft und planen mehr.
Eine der Hallen in dem alten Firmenkomplex, die für Veranstaltungen genutzt werden könnte.

Eine der Hallen in dem alten Firmenkomplex, die für Veranstaltungen genutzt werden könnte.

Lars Roth und Marc Bruch (v.l.) auf der Dachterrasse, die sich noch im Bau befindet. Aktuell laufen viele Sanierungsarbeiten im Gebäudekomplex.

Andreas Fischer, Bild 1 von 2

Eine der Hallen in dem alten Firmenkomplex, die für Veranstaltungen genutzt werden könnte.

Südstadt. Es ist eine Vision. Die Planung noch ganz am Anfang. Eine Idee. Nicht mehr und nicht weniger, das betonen Marc Bruch (31) und Lars Roth (30) immer wieder. Aber sie hat was. Arbeitstitel: Kulturzentrum Arminiusstraße. „Ein Kulturzentrum für die Südstadt“, präzisieren die beiden für diejenigen, die den Standort – das Verbindungssträßchen zwischen Viehhof- und Rheinstraße – nicht auf dem Schirm haben. Einige werden ihn kennen, weil dort die „Riesen-WG“ ihren Sitz hat. Bruch und Roth haben die Wohngemeinschaft mit aktuell 22 Plätzen 2011 gegründet und damit Aufsehen erregt. Unter anderem „Spiegel-Online“ berichtete damals über das Projekt, für das sich die beiden mit 950 Quadratmetern in das alte Firmengebäude an der Arminiusstraße einmieteten. Mittlerweile hat das Duo den gesamten Komplex – gut 3500 Quadratmeter – gekauft und plant eben ein Kulturzentrum.

Die Idee, zu kaufen, habe man schon lange gehabt, erinnern sie sich. „Wir mussten das durchrechnen“, sagt Bruch, gelernter Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik, und schmunzelt. Er sei ja eher der Praktiker, Lars als studierter BWLer „ist der Kaufmann“. Als sich die Chance in diesem Jahr bot, habe man zugeschlagen.

Pläne, die WG zu erweitern, seien da aber schon längst verworfen worden. „Die Kapazitäten sind ausgereizt.“ Stattdessen habe man sich Gedanken gemacht, das riesige Areal anders zu nutzen. Ein Vorbild sehen sie auf der anderen Seite des Tals. In der Utopiastadt im Bahnhof Mirke. „Eine tolle Sache.“ Ähnliches, vielleicht im kleineren Rahmen, schwebt ihnen auch für die Südstadt vor. Eine Quartiersentwicklung.

Café, Veranstaltungsräume und Mietwerkstätten sind Thema

Ein Café wäre zum Beispiel etwas, das sie sich gut in dem Komplex vorstellen könnten. Dazu Mietwerkstätten, Probe- und natürlich Veranstaltungsräume. Der Komplex, dessen ältester Teil mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hat, mit größeren Hallen, Büros, Wohnungen und der WG sei ideal mit seinem „alten Industrieflair“.

Die mögliche Neuentwicklung sehen sie als Prozess. Sukzessive wolle man mögliche Ideen umsetzen. „Wir haben hier ja einige Baustellen“, erklären die beiden beim Rundgang. Unter anderem wird aktuell an der Dachterrasse gearbeitet und an der Fassade. Dazu haben die beiden kürzlich einen Co-Working-Space im Elberfelder Zentrum gegründet. Angst, sich zu übernehmen? „Haben wir nicht.“ Finanziell gebe es einen Puffer, und überstürzen wolle man sowieso nichts. Der Status Quo bleibe vorerst erhalten, sagt Roth mit Blick auf die Mieter, zu denen auch Firmen gehören. Und was kommt, sei ja auch noch gar nicht klar.

„Wir wollen uns nicht bereichern“, betonen die beiden. Fest stehe aber: Das Café müsse der kommerzielle Teil werden, die anderen Parts refinanzieren. Wobei man sich noch gar nicht damit auseinandergesetzt habe, welche Genehmigungen man zum Beispiel für ein Café brauche. „Wir sind ja noch ganz am Anfang“, sagen die Ideengeber noch einmal.

Positiv sieht aber zum Beispiel der Bürgerverein Südstadt die Idee eines Kulturzentrums. „So etwas haben wir hier ja noch nicht“, findet der Vorsitzende Ralph Hagemeyer. Man werde das Projekt deshalb gerne verfolgen.

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