Organisationen setzen heute ein Zeichen gegen häusliche Übergriffe.

Organisationen setzen heute ein Zeichen gegen häusliche Übergriffe.
Im vergangenen Jahr wurden 378 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung angezeigt – 299 der Opfer sind weiblich. Symbol

Im vergangenen Jahr wurden 378 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung angezeigt – 299 der Opfer sind weiblich. Symbol

dpa

Im vergangenen Jahr wurden 378 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung angezeigt – 299 der Opfer sind weiblich. Symbol

Wuppertal. Gewalt nicht unter den Teppich kehren - diese Forderung nehmen das Wuppertaler Frauennetz, der Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt und die Zonta Frauen in dieser Woche wörtlich. Gemeinsam veranstalten sie am  Freitag eine ungewöhnliche Aktion in Elberfeld. Grund ist der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“.

Ab 14 Uhr sorgen die Teilnehmer der Aktion an verschiedenen Standorten samt großem Teppich im Schlepptau dafür, dass das Thema aus der Tabu-Zone geholt wird. Interessierte können um 14 Uhr an der Aktion an der Frauenberatungsstelle an der Laurentiusstraße 12 teilnehmen.

Ein Blick auf die Statistik zeigt deutlich, wie allgegenwärtig das Problem auch in Wuppertal ist: Im vergangenen Jahr wurden 1422 Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt erstattet, davon 930 Körperverletzungen und 192 gefährliche Körperverletzungen.

Aktionstag soll den Weg zum richtigen Ansprechpartner ebnen

Auch wurden im vergangenen Jahr 378 Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung angezeigt. Davon sind 299 weibliche und 46 männliche Opfer bekannt. Ziel des Aktionstages ist es auch, den betroffenen Frauen den Weg zum richtigen Ansprechpartner zu ebnen.

In Wuppertal gibt es zahlreiche niedrigschwellige Angebote, die auch kurzfristig Hilfe bieten – beispielsweise der Verein Frauen helfen Frauen, die Frauenberatung und der Selbsthilfeverein. Unter der kostenlosen Rufnummer (08000-116016) des bundesweiten Hilfetelefons für Frauen, die Gewalt erleben oder erlebt haben, finden Betroffene täglich rund um die Uhr Unterstützung.

Das Frauenhaus Wuppertal bietet für Frauen und Kinder, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, eine schützende Unterkunft, Begleitung auf den ersten Wegen und psychosoziale Beratung. Derzeit beherbergt das Haus elf Frauen und zehn Kinder: „Wir haben elf Frauenplätze, zehn bis zwölf Kinderplätze sowie einen Notaufnahmeplatz“, weiß Gisela Böhm vom Frauenhaus. Laut ihr blieben die Frauen früher im Schnitt drei Monate – mittlerweile bleiben sie zum Teil bis zu einem Jahr. Red/ces

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