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Betrüger nutzen oft die Hilfsbereitschaft und Arglosigkeit älterer Menschen aus.

Betrüger nutzen oft die Hilfsbereitschaft und Arglosigkeit älterer Menschen aus.

Jens Schierenbeck

Betrüger nutzen oft die Hilfsbereitschaft und Arglosigkeit älterer Menschen aus.

Wuppertal. 20.000 Euro haben Betrüger gestern Nachmittag mit dem sogenannten "Enkeltrick" erbeutet. Ein unbekannter Mann meldete sich laut Polizei gegen 14 Uhr telefonisch bei einer 85 Jahre alten Frau in Barmen. Der Mann gab sich als Enkel aus und kündigte kurzfristig seinen Besuch an. "Soll ich ein Stück Kuchen mitbringen", fragte der falsche Verwandte scheinheilig am Telefon.

Kurz darauf rief der vermeintliche Enkel erneut an. Er behauptete, soeben auf dem Weg nach Barmen einen Unfall gehabt zu haben und dringend 8000 Euro zu benötigen. Sonst würde er seinen Führerschein verlieren.

Um seine Angaben glaubhaft zu machen, übergab er sogar den Hörer an den vermeintlichen "Polizisten", der für die "Unfallaufnahme" zuständig war. Nachdem die Rentnerin signalisierte, den Betrag im Hause zu haben, erhöhte er die Summe in einem erneuten Telefonat auf 20.000 Euro, da er nun auch noch Geld für die Reparatur seines Autos brauchte. Das Geld würde dann der Mann abholen, dem er gerade ins Auto gefahren sei. Auch diese Summe sagte ihm die Frau zu. Keine 30 Minuten nach dem ersten Anruf klingelte der vermeintliche "Unfallgegner" (ca. 30 - 35 Jahre alt, etwa 170 cm, groß, schwarze Lederjacke) an ihrer Tür und holte das Geld ab.

Erst am Abend bemerkte die Wuppertalerin, dass sie Betrügern auf den Leim gegangen war und informierte die Polizei. Die Kripo rät nach Anrufen angeblicher Verwandter mit Geldforderungen Rücksprache mit Familiengehörigen zu halten und sofort die Polizei zu informieren. Niemals sollte Bargeld an Fremde ausgehändigt werden. Hinweise nimmt die Polizei (Kriminalkommissariat 16) unter der Tel.-Nr. 0202/284-0 entgegen. 

Im konkreten Fall erfuhr der Betrüger durch geschicktes Theater, dass die 85-Jährige einen Enkel in Berlin hat. Das nutzte er für seine Geschichte samt kurzfristigem Besuch in Barmen aus.

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