Für die einen Wuppertaler sind sie ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu sauberer Stadtluft. Für die anderen sind sie millionenschwerer Murks - und mit ihren Ausnahmeregelungen und der davon ausgenommenen A 46 dazu so löchrig wie ein Schweizer Käse: An den Umweltzonen in Wuppertal werden sich auch nach dem 15. Februar die Geister scheiden. Die Wahrheit liegt - wie so oft - irgendwo dazwischen.

Entgegen mancher Horrorszenarien wird die Stadt Wuppertal am 15. Februar auch nicht mit wehenden Fahnen untergehen wie ein bergisches Atlantis. Daran ändert selbst der Umstand nichts, dass die Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene beim Ringen um einheitliche und damit gerechte Regelungen sowie beim Tauziehen um die massive Förderung umweltgerechter Fahrzeugtechnik auf ganzer Linie versagt haben. Auch dafür steht der politische Stillstand in Zeiten großer Koalitionen, an dem der beginnende Wahlkampf kaum etwas ändern wird. Im Gegenteil.

Ganz schnell ist man unterdessen wieder in Wuppertal, sobald es um nackte Zahlen geht: In den vergangenen Monaten haben sich tausende Wuppertaler von ihren alten Autos getrennt - und das angesichts leerer Haushaltskassen nicht selten mit Heulen und Zähneklappern. Ein anderes Auto ist nicht mal eben schnell finanziert. Das haben manche Politiker und Verwaltungsexperten offensichtlich schon vor langer Zeit vergessen. Dass in Zukunft damit aber auch weniger "Dreckschleudern" durch die Stadt fahren, ist immerhin eine erste, grundsätzlich positive Wirkung der Umweltzonen - noch bevor sie überhaupt eingerichtet sind.

Fest steht aber auch: Bei der Suche nach einer einheitlichen Regelung für die Umweltzonen aller NRW-Städte hat sich Wuppertal mit der Ankündigung, aus Protest möglichst viele Ausnahmen zu genehmigen, keinen Gefallen getan. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens dieses Tauziehen zum Erfolg führt.

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