Mit einem simulierten Unfall auf dem Wall machte die Polizei heute auf die hohe Zahl von Unfällen aufmerksam.

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Beklemmend: Die geplatzte Melone soll einen Kopf darstellen.

Beklemmend: Die geplatzte Melone soll einen Kopf darstellen.

Uwe Schinkel

Beklemmend: Die geplatzte Melone soll einen Kopf darstellen.

Wuppertal. Es wimmelt nur so von Polizisten. Menschen bleiben neugierig stehen, beobachten wie die Beamten die Fußgängerfurt am Wall mit Absperrband sichern. "Liebe Wuppertaler, hier spricht ihre Polizei", schallt es über den Lautsprecher eines Streifenwagens. Immer mehr Menschen sammeln sich an der Absperrung. Sie tuscheln, blicken gespannt auf die Straße, wo gerade Holger auf die Fahrbahn gezerrt wird.

Der Dummy Holger - benannt nach dem Chef Verkehrsunfallprävention - trägt einen Blaumann und darüber eine gelbe Warnweste mit der Aufschrift "Runter vom Gas". Ansonsten besteht Holger aus jeder Menge Schaumstoff, Panzerband und einer etwa drei Kilo schweren Wassermelone. "Wir werden Ihnen jetzt demonstrieren, welche Auswirkungen ein Unfall zwischen einem Pkw und einem Fußgänger haben kann", tönt es über die Lautsprecher.

Die Leute neigen ihre Oberkörper nach vorn, recken die Hälse in Richtung Fahrbahn. Dann steuert ein blauer Opel-Astra auf die Menschenatrappe zu. Mit einem dumpfen Knall trifft das Auto auf den Dummy, der Melonen-Kopf schlägt gegen die Windschutzscheibe und zerplatzt. Schalenstücke und Fruchtfleisch fliegen durch die Luft. Der Körper der Puppe liegt am Straßenrand.

Eine Gruppe von Jungs ist nachhaltig beeindruckt vom Geschehen. "Boah. Voll krass", ruft einer von ihnen. "Seht ihr, dass kann passieren, wenn ihr vor ein Auto lauft. Deshalb müsst ihr immer aufpassen", belehrt einer der Uniformierten die Kinder. "Aber mein Kopf ist doch keine Melone", entgegnet einer der Jungs. "Aber das ist absolut vergleichbar", versichert der Beamte.

Währenddessen beseitigen Polizisten mit Besen und Kehrblech die Überreste des Unfalls. Der Geruch von Melone hängt in der Luft. Rund um die Fußgängerfurt sind die Beamten mit Passanten im Gespräch. "Die meisten sind überrascht, was selbst bei geringer Geschwindigkeit passieren kann. Und genau das wollen wir erreichen", sagt Holger Lehmann, Chef der Verkehrsunfallprävention.

13 Tote gab es 2009 auf Wuppertals Straßen. Zudem gab es mehr Verletzte im Straßenverkehr als noch 2008. Unter den 2226 Verletzten (116 mehr als 2008) - sind 158 Kinder. Auch da haben sich die Zahlen gegenüber 2008 (134) verschlechtert. In 80 Fällen waren die Kinder als Fußgänger, in 31als Radfahrer unterwegs.

Laut Statistik geschehen viele Kinder-Unfälle auf dem eigentlich vertrauten Schulweg. 28 Fälle zählte die Polizei im vergangenen Jahr. Besonders in Elberfeld gab es Probleme. Dort stieg die Zahl von fünf auf 16 Schulweg-Unfälle. Hauptursache: Autofahrer, die zu schnell unterwegs waren. Und: In 47 Fällen verunglückten Kinder als Mitfahrer im Auto - ein Großteil von ihnen war nicht angeschnallt beziehungsweise nicht angeschnallt worden. (spa)

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