Gut 800 Wuppertaler nahmen am Montagabend an der Demo gegen die Regierung Erdogan teil – auch in Sorge um Verwandte.

Etwa 800 Menschen demonstrierten am Montagabend in der Innenstadt. Darunter auch einige Wuppertaler ohne türkische Wurzeln.
Etwa 800 Menschen demonstrierten am Montagabend in der Innenstadt. Darunter auch einige Wuppertaler ohne türkische Wurzeln.

Etwa 800 Menschen demonstrierten am Montagabend in der Innenstadt. Darunter auch einige Wuppertaler ohne türkische Wurzeln.

Uwe Schinkel

Etwa 800 Menschen demonstrierten am Montagabend in der Innenstadt. Darunter auch einige Wuppertaler ohne türkische Wurzeln.

Wuppertal. Der Protest gegen die türkische Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan reißt nicht ab. Nicht am Taksim-Platz in Istanbul, dem Zentrum und Ausgangsort der Proteste, und auch nicht in Wuppertal, wo sich am Montagabend nach Schätzungen der Polizei bis zu 800 Menschen vor den City-Arkaden versammelten und danach durch die Innenstadt zogen, um die türkische Bevölkerung in ihrer Empörung über die Polizeieinsätze gegen Demonstranten zu unterstützen.

Türkische und deutsche Parolen schallen durch die Innenstadt „Meine Mutter steht gerade auf dem Taksim-Platz in Istanbul“, sagt Alpaslan Yilmaz. Der 28-Jährige zeigt die Solidarität mit ihr auf dem Demo-Zug durch die Elberfelder Innenstadt und skandiert Parolen wie „Tayyip istifa“ („Tayyip tritt zurück“) oder, auf deutsch, „Schulter an Schulter gegen den Faschismus“. Er ist in großer Sorge um seine Verwandten in der Türkei: „Wenn Erdogan so weiter macht, steht ein Bürgerkrieg vor der Tür.“ Bereits am vergangenen Montag waren die City-Arkaden Ausgangspunkt eines Demonstrationszuges durch die Innenstadt (die WZ berichtete). Während es in Istanbul und anderen türkischen Städten immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei kommt und in den sozialen Netzwerken Fotos von mutmaßlichen Gewalttaten der Sicherheitsbeamten tausendfach kommentiert werden, blieb es in Wuppertal zum zweiten Mal in Folge friedlich, so die Polizei gegen 21 Uhr, als die Demonstration in Elberfeld zum Teil immer noch lief.

Viele Demonstranten gaben an, sich auch bei Facebook über die Situation in der Türkei zu informieren. „In den sozialen Netzwerken ist der Protest auch entstanden. 90 Prozent der türkischen Medien berichten darüber gar nicht“, sagt Hasan Cay.

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