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Gestoppt: Vor dem Polizeipräsidium war die Fahrt dieses Lkw zu Ende. Fahrer und Beifahrer waren laut Polizei betrunken.

Gestoppt: Vor dem Polizeipräsidium war die Fahrt dieses Lkw zu Ende. Fahrer und Beifahrer waren laut Polizei betrunken.

Polizei

Gestoppt: Vor dem Polizeipräsidium war die Fahrt dieses Lkw zu Ende. Fahrer und Beifahrer waren laut Polizei betrunken.

Wuppertal. Der Straftatbestand klingt vergleichsweise harmlos: Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 314 StGb). Genau das wird zwei 25  und 40 Jahre alten Fernfahrern vorgeworfen. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen haben die beiden am Montagabend mit ihrem 40-Tonnen-Brummi eine kilometerlange Promille-Fahrt durch Wuppertal hingelegt, schnitten dabei andere Verkehrsteilnehmer, ignorierten reihenweise rote Ampeln und Tempolimits.

VW-Fahrerin (38) alarmiert die Polizei

Dass die Fahrt ihr unfallfreies Ende fand, ist dem Notruf einer VW-Fahrerin (38) zu verdanken. Die Frau wurde gegen 20.30 Uhr auf der Langerfelder Straße von jenem weißen DAF-Brummi bedrängt. Schließlich setzte der 40-Tonner zum Überholen an, und zwar über eine Linksabbiegerspur. Der fließende Verkehr spielte für den Fahrer offensichtlich keine Rolle. Er scherte einfach wieder rechts ein. Den Zusammenstoß mit dem Koloss konnte die Frau nur durch eine Vollbremsung in letzter Sekunde verhindern.

Erst über Rot und dann mit Tempo  80 Richtung Elberfeld

Die Zeugin sah noch, wie der Lkw an der Einmündung Rauentaler Bergstraße/Berliner Straße auf die B 7 einbog - bei Rot. Die 38-Jährige alarmierte die Polizei. Die protokollierte, dass der weiße DAF-Brummi mit 80 Sachen Richtung Elberfeld bretterte. Erlaubt ist bekanntlich Tempo 50. Am Alten Markt hätte der 40-Tonner eigentlich halten müssen - doch die rote Ampel ignorierte der Fahrer.

Erst auf Höhe des Präsidiums war die Fahrt zu Ende. Am Steuer ein 25-Jähriger, der auch gleich zur Blutprobe gebeten wurde. Und schnell wurde dabei klar: Laut Gerichtsentscheid hat der Kasache mit deutschem Pass bis Ende Januar ohnehin keine Fahrerlaubnis.

Kurios: Ein Anruf bei der Spedition in Ravensburg (Baden-Württemberg) ergab, dass der 25-Jährige eigentlich nur Beifahrer sein sollte. Der verantwortliche 40 Jahre alte Fahrer tauchte erst während der Kontrolle seines Landsmannes auf. Das heißt laut Polizeibericht "krabbelte" er aus der Schlafkabine des Lkw. Grund für die merkwürdige Gangart: Auch der 40-Jährige stand laut Polizei "erheblich unter Alkoholeinfluss" musste zur Blutprobe und seinen Führerschein abgeben.

Mittlerweile besteht der Verdacht, dass der Lkw womöglich doch in einen Unfall verwickelt war. Entsprechende Schäden sind an der Stoßstange festgestellt worden. Wo der Crash passierte, ist unklar. Laut Polizei hat der Wagen am Montag eine Firma in Neuss mit Isoliermaterial beliefert. Warum der Lkw in Wuppertal unterwegs war, muss noch ermittelt werden.

Und der Brummi? Der DAF wurde noch in der Nacht von einem Abschleppdienst zur Polizei auf Lichtscheid gebracht. Im Lauf dieser Woche soll der 40-Tonner - der Wagen war bis auf ein paar Euro-Paletten leer - dort abgeholt werden. Genauere Absprachen gibt es noch nicht. Wie die WZ erfuhr, war die Spedition am Dienstag für die Polizei schlecht zu erreichen.

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