32-Jähriger muss wegen des Angriffs auf seine Ehefrau zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Streit vor Gericht
Symbolbild.

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dpa

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Dramatische Minuten schilderte eine 35-Jährige gestern vor dem Amtsgericht: Ihr Ehemann (32), vor dem sie geflohen war, habe sie allein in der Wohnung ihrer Mutter überrascht, sie zu Sex zwingen wollen. Als sie sich weigerte, habe er sie gewürgt, ihr Kissen aufs Gesicht gedrückt und versucht, sie aus dem Fenster zu stoßen. „Ich habe geglaubt, dass ich an diesem Tag sterbe“, sagte die Mutter von zwei kleinen Kindern.

Diese haben nach ihrer Schilderung das Geschehen zum Teil miterlebt. Als er ihr das Kissen ins Gesicht drückte habe ihr Tochter gerufen, dass er die Mama nicht töten soll. Und als er sie in die Luft hob und zum Fenster schob, habe sie sie am Bein gefasst und weinend „Mama! Mama!“ gerufen. Daraufhin habe ihr Mann sie losgelassen. Wenige Minuten später erschien die Polizei.

Denn zwischen den unterschiedlichen Angriffen hatte die Frau ein Fenster öffnen können und um Hilfe geschrien, bis er die Tür des abgeschlossenen Zimmers eintrat und sie wegzog.

Ihre Erzählungen verfolgte der Angeklagte teils mit einem Lächeln, teils mit Kopfschütteln. Er war wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, davon zwei Mal einer das Leben gefährdender Körperverletzung. Mit leiser Stimme hatte er zuvor seine Version des Geschehens erzählt: Er habe in die Wohnung ihrer Mutter einbrechen wollen, um die Pässe der Kinder zu stehlen. Denn seine Frau habe mit den Kindern zurück in den Irak gewollt, von wo die Familie stammt.

Dass seine Frau in der Wohnung war, habe er nicht gewusst. Sie hätten sich dann unterhalten. Er habe ihr Geld und die Hälfte eines Hauses angeboten, wenn sie nicht mit den Kindern weggehe. Als sie an ihr Handy ging, habe er es ihr weggenommen, da habe sie ihn geohrfeigt, dann habe er ihr auch einen Schlag gegeben. Mehr Gewalt habe es nicht gegeben.

Die Frau hatte zuvor schon drei weitere Angriffe ihres Mannes angezeigt, war zuletzt in ein Frauenhaus gezogen. Bei ihrer Mutter war sie zu Besuch.

Das Amtsgericht verurteilte den 32-Jährigen zu zweieinhalb Jahren Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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