Gemeinsame Leitstelle der Städte Wuppertal und Solingen zieht positive Bilanz.

Qualitätsbericht
Profis am Telefon: In der Feuerwehrleitstelle der Feuerwehren Wuppertal und Solingen mit Sitz an der August-Bebel-Straße arbeiten 37  Disponenten im Schichtbetrieb.

Profis am Telefon: In der Feuerwehrleitstelle der Feuerwehren Wuppertal und Solingen mit Sitz an der August-Bebel-Straße arbeiten 37  Disponenten im Schichtbetrieb.

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Profis am Telefon: In der Feuerwehrleitstelle der Feuerwehren Wuppertal und Solingen mit Sitz an der August-Bebel-Straße arbeiten 37  Disponenten im Schichtbetrieb.

Wuppertal. Reanimation von Herzinfarktpatienten und richtiges Verhalten im Brandfall: Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter der gemeinsamen Leitstelle der Feuerwehren Wuppertal und Solingen etwa 200 Mal besonders schnell geholfen – vom Telefon aus. Die wenigsten Otto-Normal-Verbraucher ahnen, in welch’ dramatischer Hektik die 37 Leitstellen-Disponenten an der August-Bebel-Straße in Wuppertal die Lage am anderen Ende der Leitung analysieren, dann lebensrettende Maßnahmen auf den Weg bringen und dabei die Nerven behalten. Zu Schulungszwecken werden entsprechende Gespräche aufgezeichnet.

„Es gibt nichts, was es nicht gibt.“

Ulrich Zander, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, über die Arbeit in der Zwillingsleitstelle

Da gibt es hochdramatische Telefonate, bei denen beispielsweise der Anrufer von einer Person im Hintergrund pausenlos durch lautes Schreien – „Er stirbt, er stirbt“ – unterbrochen wird. Panik, Hektik, Angst. Die Retter am Telefon sind darauf vorbereitet. Wenn der Anrufer am anderen Ende der Leitung. Dort arbeiten keine Novizen, sondern „die bestausgebildetsten Männer unserer Feuerwehr“, sagt Ulrich Zander, Vizechef der Wuppertaler Feuerwehr.

Die Disponenten arbeiten mehrgleisig: Während sie Erste Hilfe am Telefon leisten, schicken sie umgehend Rettungswagen und Löscheinheiten zum Unglücksort. Auch das ist manchmal gar nicht so einfach: Immer häufiger sprechen die Anrufer schlechtes Deutsch, können oft nicht klar sagen, wo sie sich befinden. Eine entscheidende Frage: Die Feuerwehr ist schnell da, aber der Ort muss stimmen, sonst war alle Eile umsonst. Zander: „Es gibt nichts, was es nicht gibt. Deshalb unsere Disponenten regelmäßig geschult.“ Auch was Namensdoppelungen in den beiden Städten Wuppertal und Solingen angeht. Und natürlich bleiben die Disponenten in der Leitung, bis die Retter dann tatsächlich vor Ort eingetroffen sind.

Seit 2007 gibt es die Zwillingsleitstelle Solingen-Wuppertal. Sie spart einen sechsstelligen Euro-Betrag pro Jahr. Für knapp 400 .000  Euro wird jetzt die Leitstellen-Technik erneuert. Argument für die Investition: Bis 2018 rechnet die Stadt mit einem Sparpotenzial von 700.000 Euro. Das wären noch einmal mehr als 100.000  Euro pro Jahr zum bestehenden Spareffekt.

Die 37 Disponenten auf der Feuerwehr-Leitstelle haben sämtliche Ausbildungen im mittleren Dienst – unter anderem Löschgruppenführung und Notarzt-Assistenz – durchlaufen.

2013 gingen bei der Zwillingsleitstelle 197.000  Anrufe ein. Mehr als 153.000  davon waren Notrufe über die 112. Der Prozentsatz fehlgeleiteter Einsätze – beispielsweise durch Namensverwechslungen – liegt bei 0,007  Prozent. In den zwölf Fällen habe es zwar Verzögerungen, aber keine Komplikationen für den Anrufer beziehungsweise den Patienten gegeben.

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