Die Bergische Universität will auch für Studenten aus dem Ausland attraktiver werden.

Michael Müller und Fritz Berger (r.) mit dem Modell der geplanten Wohnheime.
Michael Müller und Fritz Berger (r.) mit dem Modell der geplanten Wohnheime.

Michael Müller und Fritz Berger (r.) mit dem Modell der geplanten Wohnheime.

Anna Schwartz

Michael Müller und Fritz Berger (r.) mit dem Modell der geplanten Wohnheime.

Wuppertal. Wuppertal ist inzwischen eine echte Hochschulstadt. 22.000 junge Menschen aus dem In- und Ausland studieren an der Wupper. Das sind 8000 mehr als vor zehn Jahren. „Viele Studenten pendeln zwischen ihrem Wohnort und Wuppertal, aber der Bedarf an günstigem Wohnraum für Studenten steigt“, sagt Fritz Berger, Geschäftsführer des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal.

Als Standort kam für das Studentenwerk nur ein Bereich auf dem Campus in Frage. „Selbst wenn die Studentenzahlen wieder etwas zurückgehen, wird die Nachfrage nach attraktivem, preisgünstigen und Campus-nahen Wohnraum fortbestehen“, so Berger. Zugleich wünscht die Universität eine Internationalisierung der Lehrenden und Studierenden. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese nur gelingen kann, wenn genügend Wohnraum für Studenten aus dem Ausland auf dem Campus gibt.“

Genug Gründe für einen Ausbau der Wohnungen für Studenten. Als Standort hat das Studentenwerk eine Fläche an der Fuhlrottstraße/ Ecke Max-Horckheimer-Straße gewählt. Das 4600 Quadratmeter große Grundstück ist Teil der Reservefläche für den Ausbau der Uni Wuppertal. „Städtebaulich schaffen wir dadurch ein Tor zum Campus“, sagt Michael Müller vom Wuppertaler Architektur Contor Müller Schlüter. Denn die neuen Gebäude entstehen gegenüber von einem bereits bestehenden Wohnheim.

Geplant sind fünf neue Gebäude mit insgesamt 132 Wohnplätzen. Um das Hanggrundstück bebaubar zu machen, werden Plateaus geschaffen, auf denen vier dreigeschossige Gebäude gebaut. Außerdem entsteht ein Gebäude mit sechs Stockwerken mit Gemeinschaftsräumen auf jeder Etage. Im Erdgeschoss kann in großen Gemeinschaftsräumen in Gruppen gelernt oder gefeiert werden.

Die Studenten können zwischen verschiedenen Wohnformen wählen: Es entstehen 48 Einzel- und 22 Doppelapartments sowie 40 Plätze in Wohngemeinschaften. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es vor allem in der ersten Phase des Studiums wichtig ist, dass Studenten schnell Kontakte knüpfen können“, erklärt Fritz Berger. In Wohngemeinschaften könnten Erstsemester ältere Studenten kennen lernen und um Rat fragen. Aber auch für Studenten aus dem Ausland ist das gemeinsame Wohnen wichtig, um in Wuppertal anzukommen. Die Einzelapartments sind 28 Quadratmeter groß. Der sogenannte Individualraum, also der Raum, in den sich ein Student zurückziehen kann, beträgt 14 Quadratmeter. Die Besonderheit der Bauten liegt auch in der Ausstattung. Egal, ob in Einzel-, Doppelapartment oder Wohngemeinschaft: die Studenten haben ein eigenes Bad. „Niemand will Haare des anderen im Waschbecken haben oder die Toilette teilen“, sagt Matthias Hensche vom Hochschul-Sozialwerk Wuppertal. Das sei zwar teurer, führe aber zu einem harmonischerem Zusammenleben. „Gemeinsamkeit und Kommunikation muss möglich, aber nicht verpflichtend sein“, betont Fritz Berger.

Die Architekten haben bei dem Entwurf darauf geachtet, dass die Gebäude hell sind. Alle Wohnungen haben bodentiefe Fenster sind zu zwei Seiten offen. „Das heißt, sie haben egal zu welcher Tageszeit Licht“, sagt Architekt Michael Müller. Jedes Wohnheim hat zudem einen kleinen Garten. „Das wird keine glatte Kiesfläche“, betont Michael Müller. Studenten bekommen damit Plätze, die sie in Besitz nehmen können, und nennt als Stichwort „Urban Gardening“. Das heißt, dass kleine städtische Flächen zum Beispiel zum Anbau von Gemüse genutzt werden.

„Die Infrastruktur an der Uni wird durch weitere Wohnheime deutlich verbessert“, sagt Fritz Berger. Durch vorgefertigte Bauteile können die Gebäude relativ schnell errichtet werden. Architekt Michael Müller rechnet damit, dass die ersten Studenten zwölf Monate nach Baubeginn einziehen können.

Mehr Informationen gibt es im Internet.

uni-wuppertal.de

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