Für die Aktion „Meine Stunde für Wuppertal“ gab es den Land der Ideen-Preis.

Die Regenschirmaktion in den City Arkaden symbolisiert das „Ja“ vieler Wuppertaler zur Stadt und zum bergischen Regen.
Die Regenschirmaktion in den City Arkaden symbolisiert das „Ja“ vieler Wuppertaler zur Stadt und zum bergischen Regen.

Die Regenschirmaktion in den City Arkaden symbolisiert das „Ja“ vieler Wuppertaler zur Stadt und zum bergischen Regen.

Andreas Fischer

Die Regenschirmaktion in den City Arkaden symbolisiert das „Ja“ vieler Wuppertaler zur Stadt und zum bergischen Regen.

Wuppertal. Wer Schmerztabletten verkaufen will, muss den Schmerz erst einmal herbeireden. So erklärt der Wuppertaler Design-Professor Hans Günter Schmitz die Kernaufgabe von Werbung. Mit einer Gruppe Studierender der Bergischen Uni hat er ganz in diesem Sinne eine Plakataktion durchgeführt. Die Ergebnisse sind zwei Wochen lang in den City-Arkaden zu sehen.

"Eine Stunde Gutes tun, kann doch jedes Suppenhuhn", steht dort beispielsweise. Und siehe da, jeder fragt sich, wo, wann, warum und wie er Gutes tun soll. Eine Antwort für ein solches Benefizstündchen gibt ein anderes Plakat: "Heute will ich Vögeln" - klein darunter: "neue Vogelhäuser bauen".

Nutznießer der auffälligen Aktion ist "Meine Stunde für Wuppertal", ein Team, das für sein herausragendes Bürgerengagement am Freitag in den City-Arkaden mit dem Preis "Deutschland - Land der Ideen" ausgezeichnet wurde.

Im August 2006 startete die ungewöhnliche Wuppertal-Initiative mit einem einfachen Satz: "Wenn jeder Wuppertaler sich eine Stunde Zeit nehmen würde, um etwas für Wuppertal zu tun, dann hätten wir über 300 000 Stunden, um unsere Stadt schöner und lebenswerter zu machen!" Mittlerweile sind 127 000 Stunden in die Stadt investiert. Um exemplarisch aufzuzeigen, wie das Engagement aussehen kann, verlieh die "Stunde für Wuppertal" ihrerseits einen Preis an Schüler der Wirtschaftsschule Paykowski.

Mit der Umfrage "Machen statt meckern" hatten sie Wuppertaler Jugendliche animiert, über ihre Möglichkeiten als Stadtplaner nachzudenken.

Fünf Wuppertaler Projekte haben den "Land der Ideen"-Preis gewonnen: (M)eine Stunde für Wuppertal, Pina Bauschs "Kontakthof" mit jungen Laientänzern, der Schulhausroman, den renommierte Autoren mit Schülern schreiben. Das Geodaten-System FluGGs (Flussgebiets-Geoinformationssystem) vom Wupperverband und die Wuppertaler Kurrende .

Um ein kollektives Ja zu Wuppertal und auch zum bergischen Regen auszusprechen, spannten die Menschen in den City-Arkaden orangefarbene Schirme auf. Fotos dieser monatlich an unterschiedlichen Orten inszenierten Aktion werden zu einem Kalender zusammengefasst. Bis zur Veröffentlichung vergeht noch ein Jahr. Trösten kann man sich derweil mit einem Postkarten-Set zum Preis von zehn Euro, das die Motive der Designer-Plakate übernimmt. Der Erlös fließt an die Bürgerstiftung für Kinder in Wuppertal.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer