Hohe Beteiligung am Warnstreik der IG Metall. Arbeitgeberverband kritisiert die Proteste.

Hohe Beteiligung am Warnstreik der IG Metall. Arbeitgeberverband kritisiert die Proteste.
Gestern fand eine Kundgebung vor dem Werkstor von Vorwerk statt.

Gestern fand eine Kundgebung vor dem Werkstor von Vorwerk statt.

Anna Schwartz

Gestern fand eine Kundgebung vor dem Werkstor von Vorwerk statt.

Insgesamt 1250 Beschäftigte der Wuppertaler Metall- und Elektroindustrie haben sich nach Angaben der IG Metall am Mittwochvormittag am bundesweiten Warnstreik beteiligt. Sie legten für bis zu drei Stunden ihre Arbeit nieder. Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn und die Möglichkeit, die Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden pro Woche kürzen zu können. Zudem sollen Beschäftigte, die im Schichtdienst oder anderen belastenden Arbeitszeiten tätig sind und ihre Kinder betreuen oder Angehörige pflegen, einen Zuschuss erhalten. Für Auszubildende und Studierende will die IG Metall vor jeder Prüfung einen Tag arbeitsfrei erreichen.

Zur zentralen Wuppertaler Kundgebung versammelten sich laut IG Metall am Mittwochvormittag 1000 Beschäftigte bei den Vorwerk Elektorwerken in Wuppertal-Laaken. Dazu reisten auch viele Beschäftigte von August Graef, CMCO, HÜHOCO, Knipex, KSM Castings, Profilator, Robert Schröder, Schaeffler und Stahlwille an. Eine weitere Kundgebung fand bei Magna BÖCO in Wuppertaler Sonnborn mit etwa 100 Beschäftigten statt, so die IG Metall. Und auch bei Brose Schließsystem ruhte für jeweils eine Stunde die Produktion zu den Schichtenden.

Wolfgang Nettelstroth, Geschäftsführer der IG Metall Wuppertal, zeigte sich zufrieden mit der hohen Beteiligung am Warnstreik. „Es waren mehr Streikende als wir erwartet hatten“, sagte er. Wuppertal sei mit seinen vielen Metall- und Elektrofirmen „ein starkes Pfund in NRW“.

Für die Wuppertaler Streikenden stehe genauso das Geld im Zentrum wie auch für die Beschäftigten bundesweit. „Die Konjunktur läuft gut und die Arbeitnehmer wollen daran teilhaben“, sagte Nettelstroth. Doch auch die zeitweise Senkung der Arbeitszeit sei den Arbeitnehmern wichtig. Viele arbeiteten oft freiwillig mehr. Doch auch eine Verkürzung müsse mit Blick auf die Familie zeitweise möglich sein.

Kritik am Warnstreik kam erneut vom Arbeitgeberverband der Metallindustrie von Wuppertal und Niederberg. „Direkt nach Ende der Friedenspflicht zu streiken, ohne dass weiter verhandelt wurde, macht keinen Sinn“, sagte deren Geschäftsführer Klaus-Peter Starke. Die IG Metall will nun nach der nächsten Verhandlungsrunde am 18. Januar entscheiden, ob es weitere Warnstreiks geben wird.

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