Auch in der 13. Auflage brachten Drews & Co. die Haßlinghauser Halle zum Kochen.

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Jürgen Drews in seinem Element – das Schlagervolk in Haßlinghausen steht hinter ihm.

Jürgen Drews in seinem Element – das Schlagervolk in Haßlinghausen steht hinter ihm.

Gerhard Bartsch

Jürgen Drews in seinem Element – das Schlagervolk in Haßlinghausen steht hinter ihm.

Haßlinghausen. Von wegen die 13 ist ein Unglückszahl! Mit ihrer 13. Schlagernacht in der Sporthalle Haßlinghausen traten Lokalmatador Klaus Densow und der TuS Haßlinghausen am Samstag den Gegenbeweis an. Mehr als 1000 Partygäste ließen sich weder durch die verflixte 13, noch durch die Unsicherheit mit der neuen Lüftung, die erst einen Tag vor der Veranstaltung in Betrieb ging, verunsichern und feierten bis in die Nacht mit Drews, Brink, Wagner und Co.

"Keine Band mehr zwischendurch, jetzt komme ich".

Jürgen Drews, Schlagerkönig

Schon um 19.30 Uhr, als die gute Band Just for Fun mit ihren Cover-Hits die Stimmung anheizte, war die Tanzfläche voll. Für jeden Sänger verlagerte sich das Geschehen dann zur Mittelbühne, die dicht umlagert wurde. Erst recht als Heiko Harig, der durch das Programm führte die Sporthalle zur "Schweinegrippe freien Zone" erklärte, Bützchen ausdrücklich erlaubt. Eine blonde Mitfünfzigerin schaltete die roten Leuchthörner im Haar auf Dauerbetrieb und hakte sich beim Nachbarn ein. Vom Teenager bis zum tanzfreudigen Senior, Densows Schlagergemeinde war wieder versammelt.

"Das ist ja Wahnsinn, was hier abgeht", meinte Andre Stade, mit 38 Jahren einer der Jungen aus der deutschen Schlagergarde, der sich das ganze Programm vom Bühnenrand aus anschaute, bis er selbst seinen Auftritt hatte. Für ihn war es das erste Mal in Haßlinghausen. Gerade erst für seinen Hit "Du hast noch Sterne in Deinen Augen" als drittbesten deutschen Schlager 2008 ausgezeichnet, konnte Hochkaräter Stade (schreibt auch die Songs für Claudia Jung) von Jürgen Drews in punkto Stimmung und Spannungsbogen noch lernen.

Erst einmal gab Drews telefonisch bekannt, dass er sich wohl ein paar Minuten verspäten werde. Als dann Chris Alexandros kurzerhand vorgezogen wurde und noch auf der Bühne stand, war er plötzlich da und verkündete: "Keine Band mehr zwischendurch, jetzt komme ich." Er kann es sich leisten, während der ersten Takte von seinem "Bett im Kornfeld" gar nicht auf der Bühne zu stehen, um dann den Vorhang zu lupfen und umjubelt Hof zu halten. Auch stimmlich musste sich "uns Jürgen" kaum anstrengen, denn das Publikum kennt die Texte sowieso und sang lautstark mit. Eine Armbewegung des Mallorca-Königs reicht, um die Jürgens-Chöre zu dirigieren.

Den Widerspruch, dass er von Sangria im Blut und einem in der Krone singt, selbst aber eher als Abstinenzler gilt, hält der 64-jährige Party-Heesters locker aus. Als er am Ende bei seinem neuen Hit "Ich bau Dir ein Schloss" das Oberhemd abstreifte und im Trägerhemdchen auf einen Stuhl stieg, bewies er einmal mehr demonstrativ seine Fitness.

Anschließend gab es Autogramme für jeden, auf Wunsch auch auf blanke Haut (den Filzschreiber trägt er immer bei sich), ehe Drews in einem kleinen Seat (Kennzeichen - JD 1945) selbst zum nächsten Auftritt in Ostwestfalen steuerte.

Der Spannungsbogen in Haßlinghausen kippte indessen auch ohne ihn nicht ab, dank Densow, Stade und Überraschungsgast Vivien Heymann, die mit Twist und Elvis auch ein paar andere Noten in den Schlagertopf mixte.

Als Sandy Wagner kurz vor 1Uhr mit Gitarren-Solo seinen Hit "Sie tanzt den Rhythmus dieser Nacht" brachte, stand die halbe Halle auf Stühlen und Tischen. Ohne Zugabe durfte Wagner nicht von der Bühne, während in den schmucklosen Haßlinghauser Umkleidekabinen schon Bernhard Brink wie ein unruhiger Tiger auf seinen Auftritt wartete. Auch er kam noch zum Zug. "Könnt ihr noch, Haßlinghausen?" - "Klaaaar".

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