In Hattingen haben die Arbeiten bereits begonnen. Ab Oktober müssen Radler nicht mehr auf steile Straßen ausweichen.

Radweg
Vom Schulenberg-Tunnel aus können Radler bald bequem in Hattingen auf der alten Trasse fahren.

Vom Schulenberg-Tunnel aus können Radler bald bequem in Hattingen auf der alten Trasse fahren.

RVR

Vom Schulenberg-Tunnel aus können Radler bald bequem in Hattingen auf der alten Trasse fahren.

Hattingen/Sprockhövel. Etappe für Etappe zum Ziel: Auf dem Radweg „Von Ruhr zu Ruhr“ bahnt sich der nächste Lückenschluss an. Zwischen dem Schulenbergtunnel und der Nierenhofer Straße in Hattingen mussten die Radler bislang noch auf steile, Draht-eselunfreundliche Nebenstraßen ausweichen. „Bald wird es aber eine bequeme Rampenlösung geben“, kündigt Heinrich Jolk, Projektleiter des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR), an.

Höhepunkt des Teilstücks wird eine 30 Meter lange Brücke

Dafür wird derzeit ein 900 Meter langes Teilstück auf dem alten, stellenweise stark verwilderten Bahndamm in Hattingen hergerichtet. Kostenpunkt: Rund 370 000 Euro. Spatenstich sollte eigentlich im Dezember sein. Aufgrund des Wintereinbruchs wurde daraus aber nur ein symbolischer Sägeschnitt.

Seit vergangener Woche sind jetzt die Arbeiten in vollem Gange. Herzstück der neuen Strecke wird eine etwa 30 Meter lange Fuß- und Radwegebrücke, die den acht Meter tiefen Durchbruch des Bahndamms am Wildhagen überwindet.

Der Abschnitt endet kurz vor dem Viadukt an der Nierendorfer Straße. Von dort ist der Radweg an die Hauptstraße angebunden und bietet auch den Anschluss an den RuhrtalRadweg – allerdings erst im Herbst. Die Arbeiten werden sich, so Jolk, bis in den Oktober ziehen.

Er sieht „Von Ruhr zur Ruhr“ längst als großen Erfolg. „Die Resonanz ist sehr gut.“ Auf den Strecken, die mit dem RuhrtalRadweg „geteilt“ werden, seien zeitweise so viele Menschen zu Fuß oder per Rad unterwegs, dass die im Schnitt 3,50 Meter breiten Trassen fast schon zu schmal wären. „Im Bereich ,Von Ruhr zu Ruhr’ ist das aber derzeit kein Problem“, so Jolk.

Der Radweg ist insgesamt 60,3 Kilometer lang. Ein längerer Teilabschnitt ist allerdings noch nicht fertig. Für die Verbindung zwischen Gevelsberg-Silsched und Wetter-Wengern stehen derzeit, so RVR-Projektleiter Heinrich Jolk, keine Mittel zur Verfügung.

Das Tiefbaumamt übernimmt die Pflege und Kontrolle des Radweges auf Sprockhöveler Stadtgebiet.

Ein Dauerthema ist die Öffnung des Tunnels Schee – damit könnte „Von Ruhr zu Ruhr“ an die Nordbahntrasse in Wuppertal und damit an die Routen des Bergischen Trassenverbundes angeschlossen werden. Vor allem um die möglichen Kosten gibt es immer wieder Diskussionen. Zuletzt hatte die Stadt Wuppertal auf die Kritik, zu teuer zu planen, reagiert und nun, so Baudezernent Frank Meyer, doch einen Spielraum nach unten angekündigt.

Einer, der den Lückenschluss ebenfalls mit großer Freude erwartet, sitzt im Sprockhöveler Rathaus. Norbert Zirkel, der Leiter des Büros Kultur und Sport. Die Trassen auf dem Stadtgebiet, betont er, seien Sprockhövels größte Sportanlage. „Ich bin selbst eifriger Nutzer – sowohl als Läufer als auch als Radfahrer.“

Der Weg sei auch ein Ort der Begegnung, wie er mit einem Schmunzeln anfügt. „Im Guten wie im Schlechten.“ Radler, Spaziergänger, Jogger, Hundehalter – die Mischung birge auch ein Konfliktpotenzial.

In Sprockhövel sollen bald Schilder für ein Miteinander werben

„Da kollidieren mitunter die INteressen“, weiß Detlef Merken, bei der Stadt unter anderem für den Bereich Tourismus zuständig. In einem Büro hängt bereits der Entwurf eines Schildes, wie es demnächst an verschiedenen Punkten auf dem Radweg aufgestellt werden soll.

Neben wichtigen Anlaufpunkten in der Umgebung wird auch für ein besseres Miteinander der „Von Ruhr zu Ruhr“-Nutzer geworben. Mit entworfen hat das Schild Norbert Zirkel. Dieser hofft wie so viele auch auf die Öffnung des Tunnels Schee. „Das würde noch einmal neue Möglichkeiten bieten.“ Bislang ist das aber noch Zukunftsmusik (siehe Infokasten).

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer