Der Vorrat geht zur Neige. Vor allem bei gefrierendem Regen werden chaotische Verhältnisse erwartet.

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Auch die Schneeberge an den Straßenrändern machen dem Winterdienst zu schaffen. Da Autos nicht mehr in die Parklücken kommen, stellen die Halter ihren Wagen oftmals auf der Straße ab.

Auch die Schneeberge an den Straßenrändern machen dem Winterdienst zu schaffen. Da Autos nicht mehr in die Parklücken kommen, stellen die Halter ihren Wagen oftmals auf der Straße ab.

Gerhard Bartsch

Auch die Schneeberge an den Straßenrändern machen dem Winterdienst zu schaffen. Da Autos nicht mehr in die Parklücken kommen, stellen die Halter ihren Wagen oftmals auf der Straße ab.

Sprockhövel. Durch die Schneefälle der vergangenen Wochen und die anhaltende Kälte ist der Salzvorrat von 400 Tonnen fast aufgebraucht. „Wir haben noch etwa 40 Tonnen – wenn wir sparsam sind, reicht das noch für zwei Einsätze“, sagt Willi Schäfers, Einsatzleiter beim Winterdienst.

Das Problem liege vor allem an der neuen Regelung der Salz-Einteilung: Seit etwa einer Woche würde Straßen NRW – je nach Wichtigkeit – das Salz auf die jeweiligen Städte verteilen. „Was wichtig ist, liegt im Auge des Betrachters“, meint Schäfers. Für Straßen NRW hätten natürlich oberste Priorität die Autobahnen, Bundes- und Landstraßen. „Seit zwei Wochen warten wir als Stadt auf die Bestellung von 200 Tonnen Salz. Es kann gut sein, dass diese mittlerweile umgeleitet wurden.“

Auch für Landes- und Bundesstraßen ist der Salzvorrat knapp

Dass überhaupt noch ein kleiner Salzvorrat da sei, liege daran, dass in den vergangenen Tagen der Winterdienst in Sprockhövel ausschließlich Schnee geschoben habe. „Bei einer dicken Schneedecke, wie wir sie derzeit haben, ist das möglich. Fängt es aber an zu regnen und der Regen gefriert, bekommen wir ohne Salz enorme Schwierigkeiten.“ Ein weiteres Problem sind laut Schäfers auf den Straßen parkende Autos, die Rettungs- und Winterdienst behindern. Für die nächsten Tage seien wieder leichte Schneefälle angesagt. Wie es weitergeht, werde man sehen müssen.

Doch nicht nur in der Stadt, auch, was Bundes- und Landestraßen angeht, wird der Salz-Vorrat knapp. 15 000 Tonnen seien NRW-weit noch da – 170 000 Tonnen wurden bereits gestreut, erklärt Michael Overmeyer von der Straßenmeisterei. Das größte Problem, mit dem seine Mitarbeiter derzeit zu kämpfen hätten, sei, mit den großen Pflügen durch die Straßen zu kommen. Besonders die Kreuzungen, bei denen eine Bundes- oder Landesstraße auf eine nicht gestreute Straße treffe, „da bleiben die Autos stecken – wir kommen nicht durch.“ Die Schneeberge an den Straßenrändern tun ihr Übriges. „Einige Stadtstraßen sind nur noch einspurig befahrbar“, sagt Overmeyer. Am Mittwoch will die Straßenmeisterei deshalb wieder die Schneeschleuder einsetzen, um wenigstens die wichtigsten Straßen von den Schneemassen zu befreien.

Diese sorgen mehr und mehr auch für erheblichen Belastungen von Dächern. Die Turnhalle Haßlinghausen ist in den Ferien geschlossen. Bei Bedarf müsse das Dach geräumt werden, sagt Petra Erlbruch von der Zentralen Gebäudebewirtschaftung. Die Glückaufhalle werde in jedem Fall geräumt, da am Mittwoch Turniere stattfinden.

Eine Art Notfallplan regelt derzeit, welche der mehr als 100 NRW-Kommunen, die sich einst freiwillig dem Salzliefervertrag von Straßen NRW angeschlossen haben, um günstigere Konditionen zu bekommen, wie viel von den Nachlieferungen bekommt.

Die Stadt warnt: Hausbesitzer sind dafür verantwortlich, dass ihr Haus ohne Gefahr betreten werden kann. In Zweifelsfällen wird empfohlen, die Konstruktion durch Architekten oder Dachdecker prüfen zu lassen. Auch die Sicherung vor Dachlawinen und Eiszapfen liegt in der Verantwortung der Eigentümer.

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