Mannschaft um Trainer Andrius Balaika muss rund 60 Minuten in Unterzahl spielen, da Elsamed Ramaj nach einem Foul die rote Karte kassiert.

Die Szene des Spiels: Maurice Kühn (Herne) verlässt blutüberströmt den Platz.
Die Szene des Spiels: Maurice Kühn (Herne) verlässt blutüberströmt den Platz.

Die Szene des Spiels: Maurice Kühn (Herne) verlässt blutüberströmt den Platz.

Gerhard Bartsch

Die Szene des Spiels: Maurice Kühn (Herne) verlässt blutüberströmt den Platz.

Sprockhövel. Den letzten Abend seines 38. Lebensjahres hatte sich TSG-Trainer sicherlich anders vorgestellt. Am Freitagabend musste er dennoch mit ansehen, wie sein Team gegen Oberliga-Aufsteiger Westfalia Herne mit 0:2 verlor. Nach Feiern war dem Coach nach diesem Ergebnis beim Auftaktspiel der neuen Oberliga-Saison nicht. Auch deshalb nicht, da seine Mannschaft eine knappe Stunde in Unterzahl spielen musste.

Dass der Sieg für die Spieler aus Herne auch in der Höhe verdient war, bezweifelte keiner der rund 750 Zuschauer. Balaika hatte noch vor dem Spiel gewarnt und gesagt, dass die Gäste in Sprockhövel selbstbewusst auftreten würden. Und so kam es dann auch. Das Zusammenspiel bei der Westfalia sah wesentlich gefälliger aus als bei der TSG. Dies liegt vor allem daran, dass die Mannschaft um den ehemaligen WSV-Stürmer Christian Knappmann seit längerem in der aktuellen Besetzung spielt. Die TSG-Kicker müssen sich nach dem Abstieg aus der Regionalliga dagegen noch als Team finden. Zu Spielbeginn wollten die Gastgeber nichts anbrennen lassen und einfache Fehler vermeiden. Tim Oberdorf und Jan-Niklas Budde hieß die neue Innenverteidigung nach der Ära Raoul Meister, der stets ein Ruhepol in der Verteidigung gewesen ist. Der Plan der TSG ging auf – abgesehen von einem Pfostenschuss der Herner (3.).

Eine unglückliche Spielszene (31.) sorgte dann aber auf und abseits des Feldes für intensive Diskussionen. Sprockhövels Elsamed Ramaj – neben Liron Peretz, Patrick Dytko und Timo Conde der vierte Neuzugang, der von Beginn an spielen durfte – ging übereifrig mit der Fußsohle voran in den Zweikampf gegen Maurice Kühn. Der Herner Hüne hatte seinerseits den Kopf weit unten und musste nach dem Zusammenprall im Krankenhaus mit drei Stichen genäht werden. Ramaj wurde dagegen vom Unparteiischen frühzeitig mit Rot in die Kabine geschickt.

„Ich hätte gerne gesehen, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn wir mit elf Spielern zu Ende gespielt hätten.“

Andrius Balaika, TSG-Trainer

Was Schiedsrichter Marcel Neuer, älterer Bruder des National-Keepers Manuel Neuer vom FC Bayern München, bei der Aktion bewertete, blieb allerdings offen. Auf Anfrage der WZ wollte er mit Verweis auf die Verbandsanweisung nichts sagen und ließ weiter Raum für Diskussionen und Spekulationen. „Nachdem, was ich mitbekommen habe, hat er die rote Karte nicht für das Foul gezeigt, sondern dafür, dass Ramaj meinen Spieler Kühn weggeschubst hat, als er auf ihn zuging“, vermutete Christian Knappmann. Der Trainer von Westfalia Herne bewertete die Situation als unglücklich.

Bis zur Pause gelang es der TSG, das torlose Unentschieden zu retten, wenngleich in einigen Fällen eine gehörige Portion Glück dabei war. „In der Kabine haben wir gesagt, dass man auch in Unterzahl gewinnen kann. Wir wollten weiter unsere Chancen suchen“, erklärte Balaika im Anschluss an die Partie. Der Glaube an einen Sieg war also trotz der Unterzahl da. Und tatsächlich sorgte seine Spieler nach dem Wiederanpfiff für ein paar Irritationen in der Defensive der Gäste, jedoch ohne daraus Kapital schlagen zu können. Im Gegenzug trafen die Gäste per Elfmeter zur Führung. Vorausgegangen war erneut ein Foul auf der rechten Abwehrseite, bei der Liron Peretz, den in den Strafraum eindringenden Marko Onucka auf der Linie zu Fall brachte. TSG-Torwart hatte beim Elfmeter gegen Fatmir Ferati keine Chance.

Der bullige Stürmer, wie sein Coach Knappmann früher beim WSV unter dem damaligen Präsidenten und heutigem TSG Sponsor Friedhelm Runge in Lohn und Brot, sorgte mit seinem nächsten Treffer zum 2:0 (68.) dann endgültig für die Entscheidung. „Ich hätte gerne gesehen, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn wir mit elf Spielern zu Ende gespielt hätten“, sagte Balaika, den die Niederlage offensichtlich wurmte. Daran änderte auch sein anstehender Geburtstag nichts.

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