Richard Hennenberg plant zwei neue Bioställe, unter anderem an der Fahrentrappe. Eine Bürgerinitiative wendet sich dagegen.

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„Alles Bio“: Richard Hennenberg verweist auf die Zertifizierung seiner Betriebe.

„Alles Bio“: Richard Hennenberg verweist auf die Zertifizierung seiner Betriebe.

Simone Bahrmann

„Alles Bio“: Richard Hennenberg verweist auf die Zertifizierung seiner Betriebe.

Elfringhausen. Mit Eiern macht Richard Hennenberg seit Jahrzehnten gute Geschäfte. Der Landwirt aus Velbert, der vor 40 Jahren auf dem väterlichen Hof mit wenigen Kühen und zwölf Hektar Land begann, setzt inzwischen ganz auf Bioeier, hat in Norddeutschland Ställe mit mehr als 100000 Legehühnern, verkauft seine Produkte unter anderem an Discounter.

Nachdem er vor zwei Jahren neben seinem Hof an der Nordrather Straße in Velbert den ersten Biostall mit 20000 Hühnern eingeweiht hat, geht Hennenberg nun in der nahen Umgebung auf Expansionskurs. Er plant neben einem Stall für 14940 Hühner am Fettenberger Weg in Wuppertal-Dönberg auch einen an der Fahrentrappe in Elfringhausen, gleich neben dem Reiterhof Kiekert und nur wenige 100 Meter hinter der Ortsgrenze zu Herzkamp.

"Meinen Betrieb kann sich jeder ansehen, ich habe nichts zu verbergen."

Richard Hennenberg

Während Hennenberg nach eigenen Angaben in Norddeutschland von Politik und Verwaltungen für seinen "vorbildlichen Betriebe" hofiert wird, hat er im eigenen Revier mit dem Widerstand der Bürgerinitiative Fettenberg-Deilbachtal zu kämpfen. Die spricht von Massentierhaltung, Geruchsbelästigung und der Gefahr, dass sich Erreger durch die Nähe der Betriebe von einem zum anderen ausbreiten könnten.

Alle Betriebe (in Velbert plant ein weiterer Landwirt einen Stall mit rund 40000 Hühnern) seien zusammen zu beurteilen, ist das Argument der Bürgerinitiative. So aber umgehe Hennenberg eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die Zuständigkeiten seien geschickt auf zwei Kreise und mehrere Städte aufgesplittet.

"Natürlich gibt es durch die Nähe für mich Synergieeffekte, aber alle Betriebe sind getrennt zu beurteilen", sagt Hennenberg. Den Hühnerkot beispielsweise bringt er auf seinen Flächen (inzwischen mehr als 200 Hektar) aus, auf denen er sein Bio-Hühnerfutter selbst produziert.

Das Bauordnungsamt Hattingen prüft den Bauantrag für die Fahrentrappe

Sein Vorhaben am Fettenberger Weg hat Richard Hennenberg als Reaktion auf Proteste auf 14 940 Hühner abgespeckt und aus dem Naturschutzgebiet heraus leicht verlegt.
Ergebnisse einer möglichen Umweltverträglichkeitsstudie scheue er zwar nicht, die würde jedoch 100 000 Euro kosten und das Verfahren deutlich verlängern.

Wenn die Genehmigung vorliegt, will Hennenberg mit dem Bau am Fettenberger Weg und an der Fahrentrappe möglichst noch dieses Jahr beginnen.

Derzeit prüft das Bauordnungsamt Hattingen seinen Bauantrag für die Fahrentrappe. Erst ab 15000 Hühnern wäre die Umweltbehörde des Kreises nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zu beteiligen. "Das Prüfverfahren ist noch nicht abgeschlossen, wir beteiligen derzeit alle Träger öffentlicher Belange", sagt Stadtsprecherin Susanne Wegemann.

Es gehe im Übrigen nicht darum, Bauanträge zu verhindern, sondern zu prüfen, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Genehmigung erfüllt sind.

Politiker und auch Anlieger lädt Hennenberg bereitwillig auf seinen Biohof in Velbert ein, um sich ein Bild der Vorhaben machen zu können. "Zeigen Sie mir eine Fliege, dann gebe ich ihnen 1000 Euro", ist sein Lieblingsspruch. Ein paar vereinzelte Fliegen sind es aber dann doch, die den Anhänger mit getrocknetem Kot umschwirren.

"Ich weiß noch nicht, wie ich entscheide."

Jürgen vom Hagen

Absurd nennt er die Vorwürfe der Bürgerinitiative, eine Fliegenplage im Deilbachtal im April sei auf ausgebrachten Hühnerkot zurückzuführen. Die Stadt Velbert konnte keinen Verursacher feststellen.

Um sein Vorhaben an der Fahrentrappe umsetzen zu können, braucht Hennenberg auch noch Wegerecht vom Reiterhof Kiekert. "Ich weiß noch nicht, wie ich entscheide", sagt dazu dessen Besitzer Jürgen vom Hagen.

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