Viele Menschen ziehen aus Sprockhövel weg und die Bevölkerung wird immer älter.

Sprockhövel. Sprockhövel schrumpft weiter. Im vierten Jahr in Folge ist die Bevölkerungszahl 2008 gesunken. Mit 25910 Menschen lebten Ende des Jahres 219 weniger in der Stadt als ein Jahr zuvor.

2007 hatte das Minus sogar 232 Menschen betragen, davor war der Rückgang nach jahrelangem Bevölkerungsanstieg durch Zuzug in die vielen Neubaugebiete noch moderat gewesen.

Inzwischen zeigt der Trend noch steiler nach unten als Prognosen etwa der Bertelsmann-Stiftung (minus vier Prozent bis 2020) besagen.

Wie schon 2007, zogen wieder geringfügig mehr Menschen aus Sprockhövel weg, als sich neu dort niederließen, doch das ist nicht der Hauptfaktor des Bevölkerungsrückgangs.

Noch nie ging in jüngerer Vergangenheit die Schere zwischen der Zahl der Neugeborenen und der der Verstorbenen so weit auseinander wie 2008. Nur 161 Neu-Sprockhöveler kamen zur Welt, womit der Negativrekord von 2007 noch einmal um sechs unterschritten wurde.

Das Bemühen der Stadt, die Kinderbetreuung immer weiter auszubauen und Familien damit bessere Bedingungen zu bieten, schlägt sich darin noch nicht nieder. Demgegenüber starben 316 Menschen aus Sprockhövel - ebenfalls ein Negativrekord und 49 mehr als 2007.

Zurück geht auch die Zahl der Eheschließungen, wie die Statistik der Bürgerbüros belegt. 136 Mal gaben sich Sprockhöveler im vergangenen Jahr das Ja-Wort. In den vergangenen fünf Jahren hatte die Zahl zwischen 144 und 176 geschwankt.

1234 Personen zogen im vergangenen Jahr neu nach Sprockhövel. Ein leichter Anstieg gegenüber den vorhergehenden drei Jahren.

Einen Anteil daran hatten möglicherweise auch die kleinen Neubaugebiete in Herzkamp und Hiddinghausen / Am Krüner, dennoch zogen offenbar geringfügig mehr Menschen aus der Stadt weg, wie sich aus der Einwohnerzahl ablesen lässt.

Eine Abmeldepflicht gibt es nicht mehr. Uwe Kellner, innerhalb der Verwaltung mit Stadtforschung betraut, hat allerdings bereits in den vergangenen Jahren festgestellt, dass es vor allem junge Menschen sind, die direkt nach der Schule die Stadt zum Studium oder zur Ausbildung verlassen.

Das Gleiche gilt für Ältere die aus dem Berufsleben ausscheiden. Daran, dass der Altersschnitt in Sprockhövel rapide steigt und es immer mehr Senioren gibt, ändert das freilich nichts.

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