Ulrich Höhmann vom Tiefbauamt spricht über den Einsatz der Arbeiter und mögliche Gefahren für das Stadtgebiet.

Interview
Ulrich Höhmann geht auch selbst auf Kontrollfahrten.

Ulrich Höhmann geht auch selbst auf Kontrollfahrten.

Einige Gullys oder Abläufe wie hier in Herzkamp sind noch schneebedeckt. Das Regenwasser muss aber ungehindert ablaufen können.

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Ulrich Höhmann geht auch selbst auf Kontrollfahrten.

Sprockhövel. Für Städte wie Köln gehören sie praktisch zu jedem Winter dazu: Hochwasserwarnungen. Auch die Städte im Ennepe-Ruhr-Kreis wappnen sich vor einer möglichen Gefahr. Wir sprachen mit Ulrich Höhmann, bei der Stadt Sprockhövel für die Entwässerung zuständig, über die derzeitige Situation.

Was unternimmt die Stadt, um gegen ein mögliches Hochwasser gewappnet zu sein?

Ulrich Höhmann: Wir haben zusätzlich zum normalen Winterdienst momentan noch eine Extrakolonne im Einsatz, die Gullys und Kanalabläufe kontrolliert. Damit das Wasser ablaufen kann, achtet sie darauf , dass die Zugänge nicht vereist sind oder unter Schneehaufen liegen. Das war zum Beispiel an der Straße Im Hölken der Fall, wo das Wasser infolge Regens dann etwas anstieg. Dass Kanäle komplett zufrieren, ist in unserem System ausgeschlossen, weil das Wasser grundsätzlich immer etwas erwärmt ist.

Wie akut ist die Gefahr durch Hochwasser in Sprockhövel denn derzeit?

Höhmann: Kritisch wird es immer, wenn Schneeregen zu reinem Regen wird. Das Problem ist die Doppelbelastung: Zum Schmelzwasser infolge des Tauwetters käme dann eben noch das Regenwasser dazu. Es wurde am Mittwoch vor massiven Niederschlägen gewarnt. Die kamen bis Donnerstagabend aber glücklicherweise noch nicht, sondern nur in erträglichen Ausmaßen.

Ab welchen Mengen könnte es denn gefährlich werden.

Höhmann: Ein Beispiel: Zuletzt lagen in einigen Teilen der Stadt noch 40 bis 50 Liter pro Quadratmeter als Schnee. Rechnet man dann die prognostizierten 45 Liter Regen pro Quadratmeter dazu, wären wir bei fast 100 – und das würde die Abflüsse auf jeden Fall überlasten. Dafür haben wir allerdings noch unsere vier Regenrückhaltebecken im Stadtgebiet. Aber wie gesagt: Noch sind diese Regenfälle gar nicht eingetreten.

Auch Flüsse und Bäche könnten, so warnt der Deutsche Wetterdienst, jetzt über die Ufer treten.

Höhmann. In der Stefansbecke in Haßlinghausen und im Sprockhöveler Bach in Niedersprockhövel gibt es für diese Fälle Hochwasserrückhaltebecken. Die sind in der Vergangenheit schon mal vollgelaufen, zuletzt im Oktober 2010. Natürlich werden diese Becken zusammen mit den anderen kontrolliert, damit alle Zugänge für den Notfall frei sind.

Die Stadt ist ja nur für die öffentlichen Gullys und Kanalabläufe zuständig. Was können die Sprockhöveler denn noch selbst tun?

Höhmann. Die Bürger kennen ihre Hausabläufe natürlich selbst am besten und müssen diese dann auch kontrollieren, um gegebenenfalls Schneehaufen oder Eis zu beseitigen.

Wie häufig kommen diese Hochwasserwarnungen überhaupt?

Höhmann: Das gab es schon öfter. Aber ich bin jetzt seit 35 Jahren bei der Stadt und kann mich ehrlich gesagt nicht an größere Schäden in Sprockhövel erinnern.

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