Die Anlage am Landhaus Siebe lockt Neugierige aus dem ganzen Ruhrgebiet an.

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Gemächlich zieht der Schlepplift die Skifahrer auf die Anhöhe über das Wodantal.

Gemächlich zieht der Schlepplift die Skifahrer auf die Anhöhe über das Wodantal.

Andreas Fischer

Gemächlich zieht der Schlepplift die Skifahrer auf die Anhöhe über das Wodantal.

Elfringhausen. Fünf Grad Minus, Sonnenschein, festgefahrener Pulverschnee - der Lift läuft. Was sich anhört wie ein Lagebericht aus einem typischen Wintersportort, wurde am Donnerstag am Landhaus Siebe Realität. Der 220 Meter lange Schlepper am eher sanften Hang im Wodantal, setzte sich gegen 14 Uhr offiziell in Bewegung. Vor allem Familien waren schon so früh gekommen, um echtes Wintersportgefühl zu schnuppern.

"Für die Kinder ist das mal lustig, so nah von zu Hause waren die bisher nie beim Skifahren. Das muss man ausnutzen", sagte Nicola Bohe, die mit den Söhnen Jonathan (8) und Levin (10) aus Wuppertal vorbeischaute. Ein Papa aus Witten übte mit Sohn Julian (11) erste Schwünge, und Roland Helfer aus Recklinghausen fand die Bedingungen ideal, um mit Enkel Mats (5) abzufahren. Viele waren durch Fernsehberichte angelockt worden, die vom Probelauf bei Flutlicht am Mittwoch berichtet und den Lift als einzigen im Ruhrgebiet tituliert hatten.

Wer die vielen Schaulustigen auf dem Weg vor dem Landhaus betrachtete, fand sich bestätigt, dass hier Ungewöhnliches passiert. Neidisch schauten nebenan die vielen Rodler auf den Schlepplift, der vom TÜV abgenommen wurde und nur Skifahrern vorbehalten bleibt. "Schade, aber es macht auch so viel Spaß", meinte Jens Benemann aus Essen, der für seine zwei kleinen Kinder eben so den Lift spielen musste.

"Klar wäre ein Schlittenlift eine Überlegung, aber ich bin schon froh, dass wir den Skilift endlich einmal nutzen können", schmunzelte Gustav-Adolf Siebe, der Chef des Landhaus’ Siebe, der den Lift vor 21 Jahren auf Anregung seiner Tochter Barbara angeschafft hat. Gelaufen ist der Schlepper in den letzten acht Jahren nicht mehr offiziell. "So eine Schneelage mit stabilen Frosttemperaturen hatten wir seitdem nicht", begründete das Siebe.

Lohnen würde sich der Lift (Tageskarte 15 Euro, Einzelfahrt ein Euro) ohnehin höchstens aus Werbegründen. Die kleine Würstchen- und Glühwein-Bude, an der dezente Apres-Ski-Musik läuft, machen die Wintersport-Illusion komplett, auch wenn die Abfahrt nach ein paar Schwüngen bereits wieder zu Ende ist. Dank Nordhanglage hat die unpräparierte Piste die Belastungen bisher gut weggesteckt.

Der TuS Breckerfeld lässt Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 17Uhr einen 220 Meter langen Lift am Parkplatz Epscheider Straße/Gencayer Straße laufen.

Vorsicht beim Betreten zugefrorener Wasserflächen, mahnt der Ennepe-Ruhr-Kreis. Das Betreten vieler Teiche, Seen und Talsperren sei streng verboten, Verbotsschildern unbedingt Folge zu leisten. Offiziell freigegeben ist dagegen der Hammerteich in Witten.

Am Freitag soll der Lift von 14 bis 21 Uhr laufen, abends ebenso bei Flutlicht wie am Samstag (11 bis 21 Uhr), sonntags dann von 11bis 17 Uhr. Infos unter Telefon 02324/59800.

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