Der Weg eines 155 Tonnen schweren Getriebes für den Export führte Mittwoch Nacht auch durch Sprockhövel.

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Fast auf geradem Weg wird das riesige Getriebe durch den Kreisverkehr Hobeuken gelotst. Der Auflieger in der Mitte des Lastzugs muss hydraulisch angehoben werden, um die Randeinfassung überwinden zu können.

Fast auf geradem Weg wird das riesige Getriebe durch den Kreisverkehr Hobeuken gelotst. Der Auflieger in der Mitte des Lastzugs muss hydraulisch angehoben werden, um die Randeinfassung überwinden zu können.

Mathias Kehren

Fast auf geradem Weg wird das riesige Getriebe durch den Kreisverkehr Hobeuken gelotst. Der Auflieger in der Mitte des Lastzugs muss hydraulisch angehoben werden, um die Randeinfassung überwinden zu können.

Sprockhövel. Gerade zehn Minuten dauerte Mittwoch kurz vor Mitternacht der Spuk am kleinen Kreisverkehr Hobeuken, staunend beobachtet von einer Handvoll nächtlicher Zaungäste und drei Autofahrern, die warten mussten. Im Zeitlupentempo schob sich ein 60 Meter langer Schwertransport mit seinen 18Achsen und einem 155 Tonnen-Getriebe-Ungetüm huckepack, so geradlinig wie möglich durch das Rund.

Zwillingsreifen für Zwillingsreifen - jeder bei einem Gesamtgewicht des Zuges von 315 Tonnen mit bis zu zehn Tonnen belastet - wälzte sich die aufgepflasterte Randeinfassung hoch. Die war nach dem Bau des Kreisels vor einigen Jahren noch verstärkt worden, nachdem die Ursprungsfassung selbst Alltagsverkehr nicht standhielt.

"Die B51 ist fast eine Rennstrecke, Probleme machen nur Kreisverkehre."

Ralf Schultze begleitet beruflich Schwertransporte, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Was für die Kantsteine zur (erfolgreichen) Belastungsprobe geriet, war für die Männer, die den Tross begleiteten, nur Routine. Mehrmals die Woche sind etwa die Mitarbeiter der Moerser Schwerlasttransportfirma Kahl deutschlandweit unterwegs, um Maschinenteile oder riesige Gießpfannen von ihren Auslieferungswerken zu den Bestimmungsorten zu bringen.

Diesmal handelte es sich um einen bei der SMS-Siemag im siegerländischen Hilchenbach gefertigten mehr als vier Meter hohen und breiten sowie etwa zehn Meter langen Getriebeblock. Er soll einmal er eine Schopfschere in einem Blechwalzwerk in Korea antreiben. Über die Landstraße geht es zunächst in vier Nacht-Etappen aus dem Siegerland bis zum Gelsenkirchener Hafen. Dort wird der Koloss aufs Binnenschiff verladen und dann Richtung Bremerhaven geschickt.

Dieser Weg führte in der Nacht schnurgerade durch Sprockhövel, die B51 entlang. "Das ist fast eine Rennstrecke, Probleme machen hauptsächlich Kreisverkehre", sagte Ralf Schultze von der RSV-Verkehrsleittechnik aus Hagen. Sein Team räumt Schilder oder Ampeln aus dem Weg. Kaum hatte der Zug den Kreisverkehr überwunden und die Fahrt mit 30Stundenkilometern fortgesetzt, schweißten Schultze und sein Kollege den zuvor abgeflexten Pfosten mit dem Kreisverkehrsschild wieder an.

660 PS ziehen, 660 PS schieben

Am längsten hatte es an diesem Abend am Kreisverkehr am Mollenkotten gedauert, wo der Transport, der vorne und hinten von je 660 PS starken Zugmaschinen angetrieben wurde, rangieren musste, weil er den weiten Kreisradius nicht in einem Zug bewältigen konnte. Dabei riss eine Druckluftleitung, die erst wieder geflickt werden musste.

Randstreifen mit Stahlplatten gesichert, Pfosten abgeflext

Während der Transport danach relativ zügig dem gestrigen Ziel an der Kosterstraße in Hattingen zustrebte, war die Nachhut am Kreisverkehr noch damit beschäftigt, die vorher in den Randbeeten zum Schutz vor den Reifen ausgelegten Stahlplatten wieder einzusammeln, einen beiseite geräumten Findling ebenfalls per Kran wieder am Straßenrand zu platzieren und die Holzkeile zum Schutz der Kantsteine einzusammeln.

Gibt es nachweislich Beschädigungen, stellen die Städte das in Rechnung. Fahrer Hermann Feltes, der den Job seit 24 Jahren macht, freut sich schon darauf, nachher in die Koje seines Lastzugs klettern zu können. "Heute könnte das schon so gegen 2 Uhr sein", mutmaßt er noch.

"2.45 Uhr Beendigung des Einsatzes an der Kosterbrücke" wird nachher im Protokoll der Verkehrspolizisten stehen. Insgesamt drei Streifenwagenbesatzungen haben den Zug zur Absicherung des sonstigen Verkehrs begleitet. Für die rund zehn Kilometer durch Sprockhövel benötigte der Tross am Ende nur eine knappe halbe Stunde. Der Kreisverkehr am Hobeuken hatte sich dort als einziges nennenswertes Hindernis erwiesen.

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