Das Gesundheitsamt mahnt: „Panik ist völlig unangebracht.“

Ennepe-Ruhr. Ausdrücklich als "nicht besorgniserregend" bezeichnet Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Hans-Joachim Boschek die Lage, selbst wenn auch im Ennepe-Ruhr-Kreis fast täglich neue Infektionen mit dem Schweinegrippe-Erreger gemeldet werden.

"Bisher sind alle uns bekannten Fälle der neuen Grippe ohne größere Komplikationen ausgeheilt, die große Mehrzahl der Patienten konnte ambulant behandelt werden", sagte Boschek gestern und begrüßte die Entscheidung der Landesregierung, die Schule am Montag wieder beginnen zu lassen. "Alles andere wäre unangemessen gewesen."

Nichtsdestotrotz werde das Kreisgesundheitsamt das Thema weiter aufmerksam verfolgen, um reagieren zu können, falls sich der bisherige Erreger verändern oder es im Winter mit Beginn der Grippewelle zu schwerwiegenderen Erkrankungen kommen sollte.

Derzeit arbeite man für diesen Fall an einem "betrieblichen Pandemieplan", in dem Maßnahmen festgelegt werden, die den Betrieb öffentlich notwendiger Einrichtungen wie Krankenhäusern, Feuerwehr oder Verwaltungen trotzdem sicherstellen sollen.

Auch Boschek geht von einer hohen Dunkelziffer aus, zumal man seit einer Woche von den unsicheren Schnelltests ganz absehe und teure PCR-Tests nur im Einzelfall anordne. Vereinzelt, etwa bei Bediensteten von Kindergärten und Krankenhäusern habe das Amt sogar selbst eine Kostenzusage für den Test gegeben, falls sich Krankenkassen - wie mehrfach geschehen - sperrten.

Sprockhövel: Nachdem bis Ende Juli in Sprockhövel noch kein Fall von Schweinegrippe bekannt war, sind inzwischen sieben Erkrankungen bestätigt. Kreis: Insgesamt waren dem Kreisgesundheitsamt bis Dienstag (11.8.) 133 H1N1-Infizierte gemeldet worden, Ende Juli waren es erst 33 gewesen. Die Fallverteilung nach Städten: Witten: 30; Ennepetal:19; Hattingen: 18; Gevelsberg: 16; Wetter: 14; Breckerfeld:13; Schwelm: 9; Herdecke und Sprockhövel: je 7.

Gelockert hat das Amt die Quarantäneregeln. Zu Hause bleiben müssen nur noch direkte Angehörige von Erkrankten, vor allem wenn sie in einer Gemeinscharftseinrichtung arbeiten. gh

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