Zuerst sang der Kirchenchor Sprockhövel Auszüge aus der Johannespassion, später mit der „Mittendrin“-Band. Dem Publikum gefiel’s.

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Chorleiterin Joan Mokroß hat am vergangenen Wochenende zwei Premieren gefeiert. Neben Auszügen aus der Johannespassion sang der evangelische Kirchenchor Sprockhövel auch ein von ihr geschriebenes Lied.

Chorleiterin Joan Mokroß hat am vergangenen Wochenende zwei Premieren gefeiert. Neben Auszügen aus der Johannespassion sang der evangelische Kirchenchor Sprockhövel auch ein von ihr geschriebenes Lied.

Gerhard Bartsch

Chorleiterin Joan Mokroß hat am vergangenen Wochenende zwei Premieren gefeiert. Neben Auszügen aus der Johannespassion sang der evangelische Kirchenchor Sprockhövel auch ein von ihr geschriebenes Lied.

Niedersprockhövel. Uraufgeführt wurde die Johannespassion von Johann Sebastian Bach am Karfreitag im Jahr 1724 in der Leipziger Nikolaikirche. So weit mussten Musik-Liebhaber aber in der vergangenen Woche nicht fahren:

Auszüge aus der Passion präsentierte der evangelische Kirchenchor Sprockhövel am Karfreitagmorgen unter der Leitung der neuen Chorleiterin Joan Mokroß - als Premiere.

Die mehr als 30 Chormitglieder traten erstmals mit ihrer neuen Leiterin auf und wurden von vier Streichern der Rheinisch-Westfälischen Kammermusiker begleitet. Als Solist gewannen sie Javier Zapata-Vera. Pfarrerin Rosemarie Samtmann leitete den Gottesdienst in der gut besuchten Zwiebelturmkirche.

80 Menschen lauschten den Klängen unterm Zwiebelturm

Die etwa 80 Besucher bekamen nach jeder Bibelstelle - es wurden die Stationen von Jesus zum Kreuz vorgelesen - das passende Lied aus der Passion zu hören.

Der Chor, der oben auf der Orgelbühne sang, begann mit dem Lied "Durch dein Gefängnis, Gottes Sohn". Der Musiker, Schauspieler und Sänger Javier Zapata-Vera, der unter anderem an den Wuppertaler Bühnen arbeitet, trug nur eines der insgesamt sieben Lieder vor, nämlich "Mein teurer Heiland, lass dich fragen".

Seit Weihnachten vergangenen Jahres thront die rund 500 Jahre alte Glocke "Romanus" (Archiv-Foto: Gerhard Bartsch) nun schon im Schiff der Zwiebelturmkirche. Ihr Gestell wurde von einer Tischlerei nach Entwürfen von Erich Vent aus dem Heimat- und Geschichtsverein aus Lärchenholz gefertigt. Mit einer stattlichen Eigenleistung an Arbeitsstunden, was die Herrichtung und Gestaltung des Glockenstuhls betrifft, und Spendenmitteln hatte der Heimat- und Geschichtsverein das große Projekt realisiert (die WZ berichtete).

Laut Pfarrer Arne Stolorz kommt Romanus seit dem Umzug in die Zwiebelturmkirche in Niedersprockhövel auch regelmäßig zum Einsatz, meistens bei besonderen Gottesdiensten. "Sie wird zum Beispiel sieben Mal vom Presbyter mit dem Gummihammer angeschlagen, wenn wir das Vaterunser beten. Ein Ton für jede der sieben Bitten." Die Glocke mit ihrem Klöppel zum Schallen zu bringen, wäre zu laut, sagt Stolorz: "Sie steht ja direkt im Kirchenschiff und wiegt 450Kilo. Da kommt schon ein lauter Ton raus. Die anderen Glocken hängen im Turm, etwa 20Meter weiter oben."

Nach den gelesenen Worten "Es ist vollbracht" wurden traditionell die Altarkerzen gelöscht und die Besucher hielten andächtige Stille. Javier Zapata-Vera meisterte die danach folgende Arie virtuos.

Denn für die Arie muss der Solo-Bass große Tonsprünge bewältigen. Der Solist, der Chor und die Musiker harmonierten sehr gut. Joan Mokroß dirigierte das Ensemble. Sie übernimmt seit Februar die Aufgaben des im letzten Herbst verstorbenen Kirchenmusikers und Chorleiters Volker Roth.

"Das Repertoire des Chores bleibt traditionell", kündigt sie an. Die 1964 in Cincinnati, USA geborene Joan Talbot Mokroß lebt seit mehr als zehn Jahren in Deutschland und studierte in Köln und Wuppertal Musik.

Derzeit studiert sie neben der hauptberuflichen Tätigkeit noch Kirchenmusik in Herford. "Musik machen wird überhaupt nie langweilig", sagt sie. Sie ist mit dem städtischen Musikschullehrer Peter Mokroß verheiratet. Das Paar wohnt mit den drei Kindern in Wuppertal.

Gleich zwei Premieren in einer Woche

Nach der Johannespassion am Karfreitag folgte am Ostersonntag gleich die zweite Premiere des Kirchenchors Sprockhövel: Beim "Mittendrin"-Gottesdienst in der Zwiebelturmkirche gab es zum ersten Mal eine gemeinsame Darbietung von Mittendrin-Band und Kirchenchor.

Zusammen spielten und sangen die motivierten Musiker das Lied "Dieser Weg" von Xavier Naidoo, im Anschluss war das Lied "Was für ein Mensch" zu hören - eigens geschrieben von Chorleiterin Mokroß.

Auch im weiteren Verlauf des Gottesdienstes begleitete die Band den Chor bei den Gemeindeliedern. Das Motto des Gottesdienstes, bei dem gemeinsam Sonnenblumensamen in Tontöpfe eingesetzt wurden, war passender Weise: "Allen soll das Leben blühen".

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