Sprockhövel. Die stürmischen Winde des aktuellen Orkantiefs kommen vom Nordatlantik, sein Name „Andrea“ stammt allerdings aus Sprockhövel. Zu den knapp 26000 Einwohnern zählt die 34-jährige Andrea Stefan. Nach Angaben des Instituts für Meteorologie der Freien Universität Berlin ließ deren Freund den Orkan nach der Hausfrau und Mutter benennen - als stürmische Liebesgabe zum neuen Jahr.

Seit 2002 können Privatleute Vornamen für Tiefs und Hochs „buchen“. Die Wetter-Patenschaft ist aber nicht ganz billig: Die Taufe eines Tiefs kostet 199 Euro, ein Hoch schlägt sogar mit 299 Euro zu Buche.

Im Jahr 1954 hatte die damalige Studentin und spätere ZDF-Wetterfee Karla Wege am Institut angeregt, Luftdruckgebilden in Mitteleuropa Vornamen zu geben - weibliche für Tiefs, männliche für Hochs. So blieb es fast ein halbes Jahrhundert, bis 1998 feministische Kritik laut wurde. Tiefdruckgebiete mit meist schlechtem Wetter weiblich und oft sonnige Hochs männlich zu benennen, sei eine „unsachliche Zweckentfremdung menschlicher Vornamen“.

Als Reaktion schufen die Meteorologen einen jährlichen Wechsel. Nun erhalten nur in geraden Jahren wie 2012 Tiefs weibliche und Hochs männliche Namen, in ungeraden ist es umgekehrt. Auf „Andrea“ würde demnach das Tief „Bibiana“ folgen, oder - als erstes Hoch des Jahres - „Axel“.

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