Mit ihrem Projekt ist die Hauptschule schon startklar für 2010.

wza_1500x1008_434196.jpeg
Achtklässler Maurice zeigt die fahrbare Kamera, mit der sich das Mini-Sprockhövel der Zukunft aus Fußgängerperspektive erkunden lässt.

Achtklässler Maurice zeigt die fahrbare Kamera, mit der sich das Mini-Sprockhövel der Zukunft aus Fußgängerperspektive erkunden lässt.

Andreas Fischer

Achtklässler Maurice zeigt die fahrbare Kamera, mit der sich das Mini-Sprockhövel der Zukunft aus Fußgängerperspektive erkunden lässt.

Niedersprockhövel. "Was ist Stadt, wie lebe ich?" und "Was kann Stadt sein?" sind die Fragen, die die Essener Künstlergruppe Cybercity Ruhr für das Projekt "The Third Eye" Wissenschaftlern, Künstlern, Schülern, Architekten und Stadtplaner gestellt hat.

Wenn die Ergebnisse 2010 in einer Ausstellung zur Kulturhauptstadt Ruhr präsentiert werden, ist auch eine Arbeitsgemeinschaft der Gemeinschaftshauptschule Niedersprockhövel dabei. Die 15 Schüler der achten und zehnten Klassen stellten am Samstag beim Tag der offenen Tür an der Schule ihre Ergebnisse vor und die können sich sehen lassen.

"Schnecke Gisela", ein ferngesteuerter Videoroboter, macht eine Kamerafahrt durch das über vier Meter lange, zum Teil beleuchtete Miniaturmodell aus Pappe, Holz und Kunstrasen möglich. Aus der Sicht eines Fußgängers wird der Rundgang an die Wand projiziert.

"Eine gute Generalprobe für 2010", stellte Lehrer Herbert Brenneken fest. Er betreut die AG seit über einem halben Jahr jeden Freitag jeweils zwei Stunden lang.

Bevor sie Modelle und Roboter bauten, setzten sich die Schüler intensiv mit ihrem Umfeld auseinander. Sie erkundeten ihre Stadt, gingen Entfernungen ab, berechneten Größenverhältnisse, machten Fotos. Dabei überlegten die Schüler, was ihnen gut gefällt und was ihnen fehlt, um es in einen Stadtplan einzuzeichnen.

"Die Schüler tendieren dazu, Altes zu bewahren. Fast alle empfinden Fachwerkhäuser als schön", sagte Brenneken. Dabei ist die Definition von "schön" nicht immer so einfach. "Unser Garten ist auch nicht so schön, aber ich fühle mich da wohl", so der Achtklässler Maurice.

"Der Wohlfühlfaktor spielte eine genauso große Rolle", erinnerte sich Brenneken an die Planung. So bauten die Schüler nicht nur Gebäude nach, wie die Zwiebelturmkirche und die Zeche Alte Haase, sondern vergrößerten Grünflächen und entwarfen Gebäude und Anlagen, die Sprockhövel nach ihrer Meinung braucht.

Dazu gehören neben einem Tennisplatz, einer Eislaufhalle, einem Beachvolleyballfeld auch ein Bahnhof mit Anschluss an die Metropolen, eine Moschee, ein Livestyle-Haus und ein vierstöckiges Modegeschäft. Das Projekt soll nicht nur die Kreativität fördern, sondern gesellschaftliche Verantwortung und Identifikation mit "seiner" Stadt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer