Stiftung ermöglicht Digitalisierung von 7000 Filmen.

Stadtgeschichte
Stadtarchivarin Karin Hockamp, Werner Sauerwein von der Sparkassenstiftung sowie Vereinsvorsitzende Frank Ahland und Andrea Niewerth (v.l.).

Stadtarchivarin Karin Hockamp, Werner Sauerwein von der Sparkassenstiftung sowie Vereinsvorsitzende Frank Ahland und Andrea Niewerth (v.l.).

Schinkel

Stadtarchivarin Karin Hockamp, Werner Sauerwein von der Sparkassenstiftung sowie Vereinsvorsitzende Frank Ahland und Andrea Niewerth (v.l.).

Niedersprockhövel. Geschichte hat logischerweise mit Alter zu tun, aber Alter kann nun mal lästig sein. Alt in einem schlechten Sinn sind die Mikrofilme, auf denen der Nachlass der gebürtigen Sprockhövelerin Mathilde Franziska Anneke und ihres Mannes Fritz niedergelegt ist.

Die Originale lagern in Wisconsin/USA

Die Stadt hatte diese Verfilmung 1987 erworben. Die Originale lagern bis heute in der US-amerikanischen State Historical Society of Wisconsin. Mit der Technik der 80er-Jahre wurden die eingelagerten Jackets in Mikrofish-Geräten lesbar gemacht. Jeder, der solche Geräte mal benutzt hat, weiß, dass die Handhabung recht umständlich ist. Zudem kann man die Filme nur weiß auf schwarz kopieren. Handschriften aber sind in solcher Darstellung nur schwer zu entziffern.

Sensationell gut ist hingegen die Lesbarkeit der Dokumente am Bildschirm eines Rechners. 1100 Euro hat die Sparkassenstiftung Sprockhövel gewährt, um die insgesamt rund 7000 Filme bei einer Essener Firma digitalisieren zu lassen. Die Festplatte mit den Dateien wird als Dauerleihgabe im Stadtarchiv Sprockhövel verwahrt.

Leben und Wirken von Mathilde Franziska Anneke ist ein Forschungsgebiet des Vereins „Historikerinnen und Historiker vor Ort“. Anneke wurde am 3. April 1817 in Hiddinghausen geboren. Nach einem Scheidungsprozess nahm sie ihr Leben selbst in die Hand, wurde Schriftstellerin und Journalistin und engagierte sich für die Gleichberechtigung der Frau.

Im Revolutionsjahr 1848 gründete Anneke die progressive „Neue Kölnische Zeitung“ und nahm schließlich gemeinsam mit ihrem zweiten Mann an den Aufständen im Badisch-Pfälzischen teil. Das Scheitern der Rebellen zwang das Ehepaar Anneke zur Flucht nach Amerika, wo sich Mathilde Franziska erneut für die Frauenbewegung, aber auch gegen die Sklaverei einsetzte.

1993 ging aus einem Arbeitskreis der Verein Historikerinnen und Historiker vor Ort mit heute etwa 60 Mitgliedern hervor.
www.historiker-vor-ort.de

Anneke starb am 25. November 1884 in Milwaukee. Für 2017, den 200. Geburtstag, plant Sprockhövel ein Gedenkfest.

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