Bauvoranfragen: Für den Landgasthof auf dem Brink gibt es Erweiterungspläne. Wird ein ehemaliges Asylbewerberheim zum 4-Sterne-Hotel?

Sprockhövel. Der Rad- und Wanderweg, die Landschaft, gute Gastronomie, die Nähe zu den Kulturangeboten an Wupper, Rhein und Ruhr - Sprockhövel wird in den vergangenen Jahren mehr und mehr als Ziel für den Naherholungstourismus beworben und auch entdeckt.

Das scheint sich nun auch in einer steigenden Zahl gehobener Übernachtungsmöglichkeiten niederzuschlagen. Nachdem gerade das Golfhotel Vesper kräftig an Zimmern für den Tagungstourismus zugelegt hat, behandelt der Stadtentwicklungsausschuss am Montag Bauvoranfragen für zwei weitere Objekte, mit denen neue Gästebetten geschaffen werden sollen. Erstens: Olaf Altenhain vom Landgasthof auf dem Brink möchte dort um zehn Zimmer erweitern.

Zweitens: Das ehemalige Asylbewerberheim an der Gevelsberger Straße soll nach den Plänen des potentiellen Käufers zu einem 4-Sterne-Hotel umgebaut werden. Einen Vorvertrag mit der Zentralen Gebäudebewirtschaftung der Stadt, die das Objekt seit 2005 verkaufen möchte, gibt es bereits. "Ich stelle mir ein Design-Hotel im Bauhaus-Stil mit 8 bis 12 Doppelzimmern vor", sagte der Investor, der noch nicht genannt werden will, der WZ. In die Feinplanung - etwa die Kostenermittlung - wolle er erst einsteigen, wenn das Ergebnis seiner Bauvoranfrage vorliege.

Er stellt sich sein Hotel vor allem als Übernachtungsmöglichkeit für Gäste der nahen Destillerie und Kornbrennerei Habbel vor, wo es viele Events aber keine Gästebetten gibt. Auch auf Geschäftsreisende aus dem Gewerbegebiet Stefansbecke ziele er ab.

Olaf Altenhain bezeichnet seine Erweiterungabsicht an der Elberfelder Straße als Bekenntnis zum Standort Sprockhövel und zum Konzept des sanften Nahtourismus. "Meine Familie bewirtschaftet den Landgasthof seit 200 Jahren, ich bin hier tief verwurzelt und möchte den Betrieb weiterentwickeln", sagt er. Eine Erweiterung - die Bauvoranfrage sieht einen zweigeschossigen Bau auf dem bisherigen Parkplatz vor - biete dazu die Möglichkeit. Bisher besitzt sein Landgasthof, in dem er sich vor allem der Kochkunst und Erlebnisgastronomie verschrieben hat, nur 14 Gästebetten. Die Zimmer seien zum Teil modernisierungsbedürftig.

Für den Zeitraum Januar bis September 2008 weist das Landesamt für Statistik für Sprockhövel 28320 Übernachtungen in Betrieben mit mindestens neun Betten aus. Im gleichen Zeitraum 2009 waren es 32842.

Der Zuwachs geht komplett aufs Konto des IG Metall Bildungzentrums, für das die entsprechenden Zahlen knapp 20000 und knapp 25000 lauten.

Das Vorhaben bezeichnet das Planungsamt in einer Vorabstellungnahme als rechtlich zulässig.

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