Einige Monate in diesem Jahr waren sehr trocken, andere sehr nass. Die Bauern brauchen beides.

Ute Lohmann und Friedrich-Wilhelm Heiermann bewirtschaften gemeinsam Felder.
Ute Lohmann und Friedrich-Wilhelm Heiermann bewirtschaften gemeinsam Felder.

Ute Lohmann und Friedrich-Wilhelm Heiermann bewirtschaften gemeinsam Felder.

Stefan Fries

Ute Lohmann und Friedrich-Wilhelm Heiermann bewirtschaften gemeinsam Felder.

Sprockhövel. Das regenreiche Wetter im Juli und August hat dem Sprockhöveler Erdbeer-Landwirt Axel Stock in diesem Jahr gehörig die Ernte verdorben. Dadurch musste der auf Selbstpflück-Erlebnis spezialisierte Hof erhebliche Verluste verzeichnen. Nunmehr verbreitet die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen den Bauern und Landwirten ebenfalls Sorgen. Doch die Landwirte der Region scheinen sich von der „Dürre“ nicht verrückt machen zu lassen.

„Irgendwann kommt gerade in unserer Region der Regen doch noch“, sagt Ute Lohmann. Die studierte Landwirtschafts-Ökonomin betreibt mit ihrem Ehemann Fritz Eierding mehrere Höfe und Felder. Obwohl ihr Mann seinen „Hof Eierding“ mittlerweile auf Tochter Annette Eierding überschrieben hat, verfolgt er mit Interesse das Tagesgeschäft seiner Tochter. Auch wenn diese sich im Gegensatz zu den vorherigen Generationen auf das Züchten von Pferden konzentriert, ist sie von der Trockenheit genauso betroffen. „In der nassen Zeit zertrampeln die Pferde die Wiesen. In der trockenen Zeit wiederum wächst die Wiese, die den Tieren als Futter dient, kaum nach oder trocknet aus“, erklärt der 86-jährige Fachmann. „Ein Landwirt muss aus jedem Wetter das Beste machen. Das war immer so und wird auch immer so bleiben“, sagt seine Ehefrau. Zum Jammern bleibe keine Zeit. Schließlich würde die Arbeit auf dem Feld dadurch nicht weniger.

Derzeit wünschen sich die Landwirte wieder viel Regen

Gerade hat sie Mais geerntet, davor Getreide. „Wir haben dieses Jahr insgesamt Glück gehabt. Vom Getreide sind nur wenige Strohballen nass geworden. Und beim Mais ist nur wenig zu trocken geworden.“ Außer der Weiden und dem Ackerfeld in Gerninghausen, die sie mit Annette Eierding betreibt, kümmert sich die 60-Jährige auch noch um Ackerfelder an der unteren Heide und in Landringhausen. In Landringhausen sei der Boden laut Lohmann einfach besser und lasse sich vom Grundsatz her besser pflügen. Auch Friedrich-Wilhelm Heiermann, der mit Annette Eierding eines der Felder in Gerninghausen bearbeitet, hofft auf etwas Regen. „Beim Pflug leidet bei dem Wetter das Material drunter“, sagt der Mann mit einem Hinweis auf seinen Trecker. Auch die Saat des aktuellen Winterweizen drohe dann nicht richtig in die Erde zu sinken. „Am besten wäre jetzt einige Tage Regen, bis wir die Saat verteilen und dann wieder Sonne“, erklärt Lohmann, dass es für einen Bauern kein klares Votum für Regen oder Sonne gibt. „Wir brauchen immer beides“, betont die Landwirtin. Die extremen Wetterbeständigkeiten fühlten sich in diesem Falle extremer an als sie es für die Natur sind. Etwas mehr Regen als an dem Einheitswochenende wünsche sie sich aktuell aber doch. Auch Axel Stock sieht es ähnlich. Wenn die Blüten nicht austrocknen, gebe es im nächsten Jahr eine tolle Erdbeer-Ernte.

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