Vor allem Bewohner von Randbezirken sind betroffen.

Auch Bewohner der Herzkamper Mulde beklagen sich über langsame Internetverbindungen.
Auch Bewohner der Herzkamper Mulde beklagen sich über langsame Internetverbindungen.

Auch Bewohner der Herzkamper Mulde beklagen sich über langsame Internetverbindungen.

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Auch Bewohner der Herzkamper Mulde beklagen sich über langsame Internetverbindungen.

Herzkamp/Schee. Stephan Olbertz aus Schee ist genervt: Schon länger ärgert er sich über die schlechte Internetverbindung. „Hier in Schee ist die Telekom als einziger Anbieter in der Lage, einen Zugang zu gewährleisten, mit sage und schreibe 400kbit. Zahlen tut man für 2000, von der Politik versprochen waren 1000, mittelfristig angestrebt werden 50 000.“ Mit seiner Beschwerde wandte sich Olbertz an die FDP, die wiederum nimmt die Stadt in die Pflicht: „Die Wirtschaftsförderung der Stadt Sprockhövel sollte eine Blitzumfrage bei allen Gewerbesteuer zahlenden Firmen machen, um zu erfahren, wie es mit der Internetanbindung in Sprockhövel aussieht.“

Netzausbau rechnet sich für Telekom nicht

„Das müsste man extern vergeben, dass können wir selbst gar nicht leisten“, sagt Detlef Merken, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung. In den vergangenen Jahren seien keine Beschwerden von Unternehmen oder Privatmenschen an ihn herangetragen worden. Auch habe es keine gescheiterten Unternehmensansiedlungen gegeben, die auf zu langsame Internetverbindungen zurückzuführen seien. „Ich denke, dass sich viele Betroffene mit der Situation arrangiert haben und es nur wenige gibt, die gar kein DSL haben.“ Davon betroffen sind vor allem Anwohner, die weit entfernt von der nächsten Verteilerstelle wohnen. „Das läuft über die vorhandenen Kupferkabel und da wird die Leistung geringer, je weiter der Verteiler entfernt ist“, erklärt André Hofmann, Sprecher der Telekom. Würden dann noch zu Stoßzeiten mehrere Menschen gleichzeitig surfen, werde es schwierig.

Ein Netzausbau wäre die Lösung – doch die Investitionskosten müssten sich für die Telekom rechnen. „Außerdem sind wir nicht das einzige Unternehmen, dass die Netze ausbauen kann“, betont Hofmann. Um andere Möglichkeiten zu prüfen, müsse sich am besten die Stadt an die Telekom wenden. „Es gab schon einmal Gespräche, die sind aber schon rund zwei Jahre her.“

Sie scheinen ebenso im Sande verlaufen zu sein, wie eine Aktion der Bürgergemeinschaft Herzkamp. Ebenfalls vor zwei Jahren hatte sie mit einem Fragebogen zu eruieren versucht, wieviele Betroffene es in Herzkamp und Schee gibt – allerdings war der Rücklauf auf die Umfrage mäßig. „Es war außerdem sehr schwer, bei der Telekom einen Ansprechpartner zu finden, der bereit war, sich mit unseren Problemen zu befassen und über Alternativen nachzudenken“, sagt Holger Wanzke von der Bürgergemeinschaft. Dennoch habe er mehrfach von Anwohnern gehört, die Probleme mit der schlechten Verbindung haben. „Man sollte mal mit den betroffenen Bürgern sprechen, vielleicht wären einige ja bereit, eine Lösung zu unterstützen und sich einzubringen“, meint Wanzke.

Der Kontakt zur Telekom könnte dann über den neuen Gebietsvertreter der Telekom erfolgen. Wirtschaftsförderer Merken wird sich in den nächsten Tagen mit ihm zusammensetzen – unter anderem, um über Pläne für eine Sonerausstattung eines Gewerbegebiet der Stadt zu sprechen.

Auch der Räder- und Rollenhersteller Wicke hat seinen Sitz in Herzkamp. Das Unternehmen stellt seinen schnellen Internetzugang durch eine eigene Standleitung sicher, für die entsprechend gezahlt wird.

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