Die Wünsche der freien Träger übersteigen das Geld-Kontingent, das die Politik gewährt.

wza_1500x997_493148.jpeg
Isabel Wagenknecht, Leiterin der evangelischen Kindergartens in Herzkamp, würde gern den „Konfi“-Raum als Ruhe- und Bewegungsraum für ihre Schützlinge nutzen. Gelder aus dem Konjunkturpaket sollen helfen.

Isabel Wagenknecht, Leiterin der evangelischen Kindergartens in Herzkamp, würde gern den „Konfi“-Raum als Ruhe- und Bewegungsraum für ihre Schützlinge nutzen. Gelder aus dem Konjunkturpaket sollen helfen.

Wolfgang Westerholz

Isabel Wagenknecht, Leiterin der evangelischen Kindergartens in Herzkamp, würde gern den „Konfi“-Raum als Ruhe- und Bewegungsraum für ihre Schützlinge nutzen. Gelder aus dem Konjunkturpaket sollen helfen.

Sprockhövel. 100 000 Euro aus den 1,1 Millionen, die Sprockhövel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung zustehen, haben die Lokalpolitiker für Freie Träger von Bildungseinrichtungen reserviert.

Vier Anträge der evangelischen Gemeinden lagen bis Ende der Woche bei Kämmerer Karl-Heinz Tietje auf dem Tisch. Schon jetzt ist klar: Nicht alles wird realisiert werden können, denn die Gesamtsumme übersteigt die zur Verfügung stehenden 100 000 Euro deutlich.

"Bei uns liegt der Bedarf allein bei 200 000 Euro."

Pfarrer Manfred Hafer zu den evangelischen Kindergärten in Herzkamp, Haßlinghausen und Hiddinghausen.

In der Größenordnung von 73 000 Euro liegt allein ein Austausch der Fenster im Kindergarten am Perthes Ring, wie RalphHoltze, Chef der Zentralen gebäudebewirtschaftung berichtet. Er prüft die Anträge für die Stadt fachlich.

Manfred Hafer, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Haßlinghausen/Herzkamp spricht gar von 200 000 Euro Bedarf, wenn man alle Wünsche in den Kindergärten Hiddinghausen, Haßlinghausen und Herzkamp berücksichtigen wollte.

Fenster für Hiddinghausen und Wärmedämmung in Haßlinghausen und Herzkamp hat er beantragt, ist sich aber im Klaren, dass nicht alles aus dem Konjunkturpaket machbar ist. "Wir haben schon gesagt, wir lassen Hiddinghausen außen vor, weil in Haßlinghausen und Herzkamp der Sanierungsdruck noch größer ist", sagt er.

Während die Förderfähigkeit von Energiesparmaßnahmen an Schulen als unstrittig gilt, herrscht für den Bereich "Infrastruktur" immer noch Unklarheit. Sprockhövel will eine Grundgesetzänderung abwarten, die derzeit vorbereitet wird. Danach sollen die Städte in die Lage versetzt werden, auch Straßen oder Sportanlagen aus dem Konjunkturpaket zu sanieren. 516 000 Euro für "Infrastruktur" stehen der Stadt zu.

Bis zu einer Entscheidung über die Förderkriterien liegt auch der Zuschussantrag der Bürgergemeinschaft Herzkamp auf Eis. Die will im Umfeld von Grundschule und Sportplatz einen Platz mit Aufenthaltsqualität schaffen. Auch die Kunstrasenpläne des VfL Gennebreck könnten einbezogen werden.

Während in Sprockhövel noch über die Projekte entschieden werden muss, sind bei der Bezirksregierung bis 6. Mai bereits 118 Förderanträge eingegangen. Gesamtvolumen bisher: 28,9 Millionen Euro. In dieser Woche sollten die ersten Maßnahmen genehmigt werden. Allein die Stadt Witten ist mit 29 Maßnahmen vertreten. Aus Hattingen sind 8 Projekte dabei. Insgesamt stehen für Kommunen im Regierungsbezirk Arnsberg 457,8 Millionen Euro an Fördergeld zur Verfügung (284,6 Millionen für Bildung, 173,2 Millionen für Infrastruktur).

Das Gebäude in Herzkamp stammt aus dem 18. Jahrhundert, der Bau in Haßlinghausen aus den 1960er Jahren. Hafer: "Wir haben berechnet, dass man durch Wärmesanierung ein Drittel Energiekosten sparen könnten."

In Herzkamp soll der Konfirmandenraum ohnehin für die U-3-Betreuung als Ruhe- und Bewegungsraum hergerichtet werden. Dafür sind bereits Gelder aus diesem Landes-Fördertopf beantragt. Eine energetische Sanierung im gleichen Zug würde Sinn machen. Möglichst noch in den Sommerferien möchte man loslegen, wenn die Kindergärten drei Wochen geschlossen sind.

ZGS-Chef Ralph Holtze ist allerdings skeptisch ob das zeitlich noch funktionieren kann. Für die eigenen Projekte - der ZGS stehen für energetische Sanierungen an Schulen und Kindergärten 514 000 Euro zur Verfügung, hat er das bereits abgeschrieben. Am 6. Juni entscheidet der Betriebsausschuss über die von ihm vorgeschlagene Liste auf der zunächst die Erneuerung von Beleuchtung in Schulen und Schulsporthallen ganz oben steht. "Mit Ausschreibung und Auftragsvergabe sind wir dann schon fast im August", rechnet Holtze vor.

Über die Anträge der freien Träger entscheidet der Haupt- und Finanzausschuss am 4. Juni. "Vorher müssen wir noch die fachliche Prüfung der Anträge abwarten und mit den Kirchen reden, wie die 100 000 Euro verteilt werden könnten", sagt der Kämmerer - und vielleicht trudelten ja doch noch Anträge anderer Träger ein.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer