Im Wahlbezirk Holland muss am Sonntag nach der Wahlpanne bei der Kommunalwahl neu gewählt werden. Das könnte die Sitzverteilung im Rat verändern.

Haßlinghausen. Stell Dir vor, es ist Wahl und kaum einer merkt es. Ein bisschen so dürften sich derzeit die Kommunalpolitiker im Sprockhöveler Wahlbezirk im Holland fühlen. Dort wird am Sonntag die Kommunalwahl vom 30. August wiederholt. Damals waren im Wahllokal an der Gaststätte Im Holland 190 Stimmzettel aus einem anderen Wahlbezirk ausgegeben worden, was am Ende dazu führte, dass ein gutes Drittel der abgegebenen Stimmen für ungültig erklärt werden mussten. Der Rat beschloss eine Wiederholung.

Die Stadt hat die Wahlunterlagen bereits Anfang des Jahres verschickt, seitdem ist auch das Briefwahlbüro im Rathaus geöffnet. Wie schwer es aber sein dürfte, Wähler erneut zur Urne zu bewegen, zeigt die bisher geringe Briefwählerzahl (aktuell 74).

Dabei kann die Wiederholungswahl durchaus große Bedeutung erlangen und die Sitzverhältnisse im Rat verändern. Das würde geschehen, wenn SPD-Kandidat Klaus Knippschild sein Direktmandat verlöre. Da die SPD im August 14Direktmandate in den 16 Wahlbezirken holte, ihr prozentual aber nur zwölfzustanden, musste der Rat inklusive zwei Überhangmandaten für die SPD und vier Ausgleichsmandaten für die übrigen Parteien um sechs Sitze aufgestockt werden. Fiele das zweite Überhangmandat der SPD weg, müsste neu gerechnet werden.

Auch die prozentuale Gesamtverteilung könnte noch wichtig werden. Das sechste FDP-Mandat hing nur an wenigen Stimmen. Wohl auch deshalb hat die FDP an der Mittelstraße kräftig plakatiert. Im Extremfall könnten wir sogar zwei Sitze verlieren", macht FDP-Chef Bodo Middeldorf deutlich, was für seine Partei auf dem Spiel stehe. Es gehe darum, auch weiter ein Gegengewicht zur Rot-Schwarz im Stadtrat zu bilden.

Das wollen auch die Grünen, die allerdings laut Kandidatin Gundi Sirrenberg-Meyer erst überlegt haben, ob sie überhaupt Wahlkampf machen. "Da die übrigen so aktiv sind, werden wir aber in dieser Woche auch noch Flyer verteilen.

Wahlberechtigte: 1091

Ergebnis vom August: Klaus Knippschild (SPD): 121 Stimmen, 33,4 Prozent; Gabriele Valentin (CDU): 97 Stimmen, 26,8 Prozent; Gundi Sirrenberg-Meyer (Grüne): 95 Stimmen, 26,2 Prozent; Jutta Middeldorf (FDP) 49 Stimmen, 13,5 Prozent. Abgegebene Stimmen: 569; (Wahlbeteiligung 52,2 Prozent), davon ungültig: 207.

Gesamtergebnis Stadtrat SPD: 36,6 Prozent; CDU 28,7 Prozent; Grüne: 16,4 Prozent; FDP: 14,3 Prozent; Linke 3,6 Prozent, 57,7 Prozent von 21817 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Sitzverteilung Stadtrat: SPD 14 (inklusive zwei Überhangmandate), CDU 11 (inkl. zwei Ausgleichsmandate), Grüne 6 (1 Ausgleichsmandat), FDP 6 (1 Ausgleichsmandat)

Das haben SPD und FDP bereits gemacht. Die FDP ist die einzige Partei, die auf ihrer Internetseite auf die Wiederholungswahl hinweist. SPD-Spitzenkandidat Klaus Knippschild, dessen Konterfei dieser Tage auch von einigen (alten) Wahlplakaten strahlt, gibt sich gelassen. "Ich denke es geht darum, die Mehrheitsverhältnisse wieder so herzustellen, wie sie waren." Er selbst hatte sein Mandat im Dezember zurückgegeben. Faktisch ist die SPD-Fraktion im Rat derzeit ohne Chef, denn Knippschild ist seit 1996 Fraktionsvorsitzender.

Streitig machen könnte ihm das Direktmandat CDU-Ratsfrau Gabriele Valtentin. Die CDU verzichtet allerdings wie schon im Kommunalwahlkampf ganz auf Plakatierung. Am Wochenende wurden stattdessen neu gedruckte Wahlkampfkärtchen an die Haushalte verteilt.

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