Die Verwaltung schlägt die Einführung zusätzlicher Einkommensgrenzen vor. Teurer wird es aber auch für mittlere Verdiener bei mehr als 35 Betreuungsstunden.

wza_1181x1500_698450.jpeg
Die Betreuung von Kleinkindern im Kindergarten soll ab Sommer ebenso teurer werden wie die von Kindern ab zwei Jahren.

Die Betreuung von Kleinkindern im Kindergarten soll ab Sommer ebenso teurer werden wie die von Kindern ab zwei Jahren.

dpa

Die Betreuung von Kleinkindern im Kindergarten soll ab Sommer ebenso teurer werden wie die von Kindern ab zwei Jahren.

Sprockhövel. Mindestens 75000 Euro jährlich, in diesem Jahr ab August bereits 31000 Euro, soll die Stadt durch die Erhöhung der Kindergartengebühren mehr einnehmen. So lautet eine der Vorgaben des Haushaltssicherungskonzepts. Im Schulausschuss am kommenden Mittwoch wird darüber beraten, wie die Gebührenerhöhung ab August genau aussehen soll.

Auf dem Tisch liegt eine Vorlage der Verwaltung, in der eine weitere Differenzierung der Einkommensgrenzen für Besserverdiener vorgesehen ist. Bisher gilt ein Jahresbrutto von 75000 Euro als Grenze, ab der der Höchstbeitrag (290 Euro für 45 Wochenstunden bei ab Zwei-Jährigen) bezahlt werden muss.

Weitere Beitragsgrenzen bei 92000 und 110000 Euro Jahresbrutto

Künftig sollen weitere Grenzen bei 92000 Euro (keine Beitragsveränderung) und 110000Euro eingezogen werden. Höchstbetrag wäre demnach bei einer Betreuung von mehr als 45 Stunden für Kinder bis zwei Jahre 600Euro monatlich (plus 200 Euro gegenüber dem bisherigen Tarif).

Auch die Stufe über 45 Wochenstunden ist neu und kommt für diejenigen Kinder in Frage, die nach dem Kindergarten noch eine so genannte "Randzeitenbetreuung" bei von der Stadt vermittelten Tagesmüttern gebucht haben. Die Stufe soll künftig zu den Betreuungszeiten 25, 35 und 45 Wochenstunden hinzukommen.

Teurer wird es für die Einkommensstufen zwischen 25000 Euro und 75 000 Euro Jahresbrutto vor allem in der Zeitstufe 45 Stunden, nämlich um zehn bis 25 Euro pro Monat. Um die soziale Komponente zu berücksichtigen sollen nicht nur die höheren Einkommensstufen eingeführt werden. Auch das Jahresbrutto, bis zum dem gar kein Kindergartenbetrag erhoben wird, soll angehoben werden - von derzeit 14000 auf 15000 Euro. In einigen Fällen müssen bisher Hartz IV-Empfänger, die mit dem Familieneinkommen über diesem Satz liegen, Anträge auf Beitragsnachlass stellen.

Bei kurzen Betreuungszeiten soll sich wenig ändern

Die Schulverwaltung schlägt dem Schulausschuss am kommenden Mittwoch vor, die finanzielle Förderung des Waldkindergartens Purzelbäume in Hiddinghausen ab dem 1. August 2011 einzustellen. Nachdem der Kreis den Kindergarten im Jahr 2002 abgegeben hatte und der Trägerverein Soziale Einrichtungen Wetten (TSE) eingesprungen war, zählt die Stadt Sprockhövel eine jährliche finanzielle Entschädigung an die TSE. Der Waldkindergarten ist am Sportplatz an der Albringhauser Straße beheimatet. Von dort ziehen die Kinder täglich in den angrenzenden Wald.

Die Kinderzahl im Waldkindergarten ist aber rückläufig. Und: Nur noch fünf Kinder aus Sprockhövel selbst nehmen das Angebot wahr. Der Bedarf könne bequem durch andere Kindergärten gedeckt werden, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Mit Rücksicht auf den demografischen Wandel und die prekäre Haushaltslage sehe man keine Alternative zu einer Schließung.

Der Beschluss, die Förderung im August 2011, also nach dem nächsten Kindergartenjahr zu stoppen, sei jetzt nötig, um personale Planungssicherheit zu bekommen. Eventuell könnten die beiden Erzieherinnen dann in städtische Kindergärten wechseln.

Bei den Betreuungszeiten 25und 35 Wochenstunden will die Verwaltung nur in der Einkommensstufe zwischen 37000 und 62000 Euro um 5 bis 10 Euro pro Monat erhöhen, um eine lineare Steigerung der einkommensabhängigen Tarife zu erzielen.

Durch die neue Satzung würde Sprockhövel nach Hagen im Umkreis die höchsten Kindergartenbeiträge für Großverdiener erheben. Bei mittleren Einkommen würde die Stadt auch nach der Erhöhung im Mittelfeld liegen. Spitzenreiter ist auch dort die hoch verschuldete Stadt Hagen.

Höhe der Mehreinnahmen ist bisher nur eine Schätzung

Ob die Mehreinnahmen, durch die geplanten Tarifänderungen tatsächlich im erwarteten Umfang fließen, stellt die Verwaltung selbst in Frage. Bisher handele es sich nur um Schätzungen, da bei Einkommen über 75000Euro bisher keine Einkommensnachweise verlangt wurden. Außerdem könnten für Gutverdiener verstärkt private Kindergärten eine Alternative sein.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer