Mit einer Änderung des Bebauungsplans soll die Ansiedlung von Vergnügungsstätten vermieden werden.

Haßlinghausen. Zwei weitere Spielhallen an der Mittelstraße? Wenn es nach dem Wunsch der Verwaltung geht, dann wird es die nicht geben. Ein Anfang des Jahres eingereichter Antrag auf Bauvorbescheid zur Errichtung von zwei Einzelspielhallen à 100 Quadratmetern wurde jedenfalls abgelehnt – aus planungsrechtlichen Bedenken. „Die Spielhallen hätten auf der Fläche des ehemaligen Sparkmarktes entstehen sollen“, erklärt Bernd Woldt, erster Beigeordneter. Weil der Antragsteller mit der Absage nicht einverstanden ist, hat er Klage gegen die Stadt eingereicht, das Verfahren läuft. „Wir sehen dem gelassen entgegen“, sagt Bernd Woldt.

Um sicherzugehen, dass nicht weitere Anträge für den Bau von Vergnügungsstätten an der Mittelstraße gestellt werden können, entschied der Ausschuss für Stadtentwicklung und Denkmalschutz gestern, das Verfahren einzuleiten, den entsprechenden Bebauungsplan zu ändern. Künftig könnten also Bauanträge für Vergnüngsstätten, Sexshops, Sportwettcafés oder Sportwettbüros an der Mittelstraße von vornherein wirkungslos sein.

Zwei Vergnügungsstätten an der Mittelstraße gibt es bereits

Derzeit ist das noch anders. Im aktuellen Bebauungsplan Nummer 66 „Mittelstraße Ost“ ist ein sogenanntes Mischgebiet vorgesehen, das heißt, nicht-störendes Gewerbe und Wohnungen prägen das Areal. Im Bereich zwischen der Dorfstraße und der Straße Am Kindergarten gibt es bereits zwei Vergnügungsstätten – eine Spielhalle und eine Nachtbar. Sie genießen Bestandsschutz und werden bleiben, theoretisch könnten ihnen aber nach derzeitigem Bebauungsplan weitere folgen.

Die geplante Änderung soll stattdessen sicherstellen, dass die Flächen dem Einzelhandel vorbehalten bleiben, um so ein attraktives Geschäftsangebot samt Branchenmix zu erhalten oder ausbauen zu können. Die Stadt beruft sich dabei auch auf ein Einzelhandelsgutachten, dass 2007 in Auftrag gegeben und 2009 überarbeitet wurde. Dieses Gutachten belegt, dass in Sprockhövel dank des überdurchschnittlichen Einkommensniveaus ein sehr hohes Kaufpotenzial zur Verfügung stehe. Allerdings fließt etwa die Hälfte der vorhandenen Kaufkraft in andere Städte ab.

Nach Ansicht der Stadt sei es daher sinnvoll, die Flächen im Hauptgeschäftsbereich von Haßlinghausen dem Einzelhandel vorzubehalten. Im Ausschuss fand der Vorschlag der Stadt einhellige Zustimmung.

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