Weil das Budget nicht mehr hergibt, müssen viele Kinder lange warten, ehe sie Unterricht erhalten.

Musikschüler Nassim Lagrou bei einem Konzert im Frühjahr.  Archiv
Musikschüler Nassim Lagrou bei einem Konzert im Frühjahr. Archiv

Musikschüler Nassim Lagrou bei einem Konzert im Frühjahr. Archiv

Gerhard Bartsch

Musikschüler Nassim Lagrou bei einem Konzert im Frühjahr. Archiv

Sprockhövel. 88 Kinder, die gern Unterricht an der Musikschule nehmen würden, für die aber derzeit kein Platz ist. „Leider reicht das Budget nicht, um unsere 20 Lehrer für zusätzliche Stunden zu verpflichten“, bedauert Dorothee Bahne, Leiterin der Musikschule. Ein Zustand, der auch von den Mitgliedern des Kulturausschusses mit Bedauern aufgenommen wurde, für den aber keine Lösung in Sicht ist. „Auch mit Honorarkräften lässt sich diese Lücke nicht füllen“, sagt Bahne auf Nachfrage. Wegen des Jeki-Projekts („Jedem Kind ein Instrument“) seien Musiklehrer im gesamten Ruhrgebiet sehr gefragt. Zudem sei die mögliche Bezahlung durch die Sprockhöveler Musikschule wenig konkurrenzfähig im Vergleich zu anderen Musikschulen.

Vor allem Trompeten-Unterricht ist bei den Kindern gefragt

Große Nachfrage gebe es vor allem beim Trompeten-Unterricht, aber auch Kurse für Geige und Schlagzeug seien sehr beliebt. „Dieser Bereich wäre sicherlich größer, wenn alle Kinder ihr Wunschfach belegen könnten“, so Bahne. So werden derzeit die meisten Unterrichtsstunden bei den Tasteninstrumenten (171 Kinder im Jahr 2010) und den Zupfinstrumenten (184 im Jahr 2010) erteilt. Insgesamt betrug die Gesamtschülerzahl im vergangenen Jahr 610, davon 54 Erwachsene.

Erfreuliches kann die Musikschule hingegen im Bereich Jeki vermelden. Seit dem laufenden Schuljahr nehmen alle fünf Grundschulen der Stadt teil, das sind rund 390 Kinder in acht Klassen. „Für viele Kinder ist der Umgang mit Musik und Instrumenten eine sehr positive Erfahrung“, sagt Musikschullehrerin Annegret Theis. „Die Tatsache, dass der Unterricht in der vertrauten Grundschule stattfindet und auch die Freunde dabei sind, macht es für viele Kinder leichter.“ Kein Zufall also, dass rund 75 Prozent der Kinder nach dem ersten Schuljahr freiwillig weitermachten und Unterricht an ihrem Wunschinstrument erhielten. Zum Vergleich: Im Ruhrgebiet lag die Weitermachquote 2010 bei 60 Prozent.

Zu den beliebtesten Instrumenten zählten auch hier Gitarre, Klavier und Violine. Finanziert wurden sie komplett durch Spendengelder. 99 Instrumente wurden im vergangenen Jahr für rund 17 600 Euro angeschafft. Zudem blieb noch Geld übrig, das den Grundstock für die Instrumente bildet, die in diesem Jahr noch angeschafft werden sollen.

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