U3-Betreuung: 70000 Euro Zuschüsse werden ausbezahlt. Der Fall schlug hohe Wellen.

Sprockhövel. Für das Kinder-Aktions-Zentrum, das im Sommer in Haßlinghausen zwei U3-Gruppen neu eingerichtet und bereits 70.000 Euro investiert hat, hat das Warten auf Zuschüsse von Bund und Land seit gestern ein Ende. Der Fall hatte überregional für Aufsehen gesorgt hatte, weil KAZ-Chefin Frauke Schittek ihr Konto um 30.000 Euro überzogen hatte, um Handwerker zu bezahlen und weiter auf zahlreichen Mahnungen sitzt. Wie berichtet, ließen Schittek und Stadt nicht locker. So schaltete sich Landesjugendamtschef Hans Meyer in die Abwicklung ein.

Am Morgen hatte Sprockhövels Jugendamtsleiterin Ilse Paffen noch telefonisch bei der Behörde in Münster nachgefragt, wann das vom Bund längst ans Land gezahlte und im Dezember bewilligte Geld endlich fließt. Meyer übernahm den Hörer und sagte schließlich zu, dass es noch am gleichen Tag überwiesen werde. Auch CDU-Ratsmitglied und Bürgermeisterkandidat Willibald Limberg, den Meyer als Ex-CDU-Sprecher im Landesjugendhilfeausschuss kennt, rief bei ihm an.

Während Limberg den Erfolg wenig später für sich verbuchte ("Man muss nur mit den richtigen Leuten sprechen."), wollte Meyer von Kungelei nichts wissen. "Gespräche sind immer wichtig, das war eine Parallelität der Ereignisse, aber wir entscheiden hier nach Recht und Gesetz."

Er räumte allerdings ein, dass der Fall in seiner Behörde zuletzt sehr prominent gewesen sei. Woran es gehakt habe? "Eigentlich an nichts, das ist ein formaler Akt und wir haben hier mit einer Flut von Anträgen zu tun", sagte Meyer. 1300 von 2500 seien inzwischen abgearbeitet. Vielfach fehlten noch Antragsunterlagen.

Die übrigen Sprockhöveler Einrichtungen - insgesamt waren 102.000 Euro an Investitionskostenzuschüssen beantragt worden - sollen in Kürze ihre Bewilligungsbescheide erhalten.

Scharfe Kritik übt unterdessen die Awo Ennepe-Ruhr an der Genehmigungspraxis. Die Awo habe insgesamt 2.667.000 Euro Investitionskostenzuschüsse beantragt und bereits 98.000 Euro investiert. Bisher liege keine einzige Bewilligung vor.

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