Schädlich oder eine Chance? Die geplante Ansiedlung in Wuppertal ist umstritten.

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Die Sorge: Fahren demnächst die potenziellen Käufer an der Mittelstraße nur noch durch?

Die Sorge: Fahren demnächst die potenziellen Käufer an der Mittelstraße nur noch durch?

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Die Sorge: Fahren demnächst die potenziellen Käufer an der Mittelstraße nur noch durch?

Sprockhövel. Ikea Homeparks haben die Kaufkraft kleiner Städte. Nur haben sie einen Vorteil: Wer hier einmal parkt, der braucht das Auto nicht mehr zu bewegen, um vom Möbelhaus zum Elektrohandel oder in den Baumarkt zu kommen. Bleiben da die natürlich gewachsenen Städtchen auf der Strecke? Diese Frage stellen sich die Einzelhändler in Sprockhövel angesichts der geplanten Ikea-Ansiedlung inklusive Homepark-Konzept in Wuppertal-Oberbarmen.

"Da kann man sich dann ausrechnen, wie verträglich die Ansiedlung wird"

Wolfgang Weiss, Vorsitzender des Werberings Hasslinghausen, rechnet die Einzelhandelsflächen der "Kaufstadt" gegen die Flächen vor Ort in Hasslinghausen auf. 50000 Quadratmeter plant Ikea für den gesamten Homepark. Hasslinghausen hat zurzeit 6000 Quadratmeter Verkaufsflächen zu bieten. Weiss sagt: "Da kann man sich dann ausrechnen, wie verträglich die Ansiedlung sein wird."

Weiss spricht in seiner Ablehnung als örtlicher Einzelhändler, nicht als Vorsitzender des Werberings. Schließlich gebe es Mitglieder, die der Ikea-Ansiedlung positiv gegenüber stehen. Allerdings: "Geht es um den Homepark, sind alle dagegen."

Eine Frage der Betroffenheit? Schließlich weiß jetzt noch keiner, welche Läden irgendwann einmal neben Ikea einziehen werden und dann eventuell den inhabergeführten Geschäften im Umland Konkurrenz machen.

Margret Obermann betreibt zwei Läden für Kindermoden, einen in Hasslinghausen und einen in Niedersprockhövel. Sie sagt: "Ich mache mich im Moment noch nicht verrückt." Sie vertraut auf ihre Stammkunden, die nach eigenen Angaben 90 Prozent ihrer Käufer darstellen.

2013 läuft der Mietvertrag der Fertighausausstellung aus. Dort möchte Ikea bauen. Einen Bauantrag gibt es noch nicht. Daher können die Gegner der Ansiedlung noch nicht gegen die Pläne vorgehen. Die Stadt Wuppertal hat deutlich gemacht, dass sie das Möbelhaus will.

Sowohl positive als auch negative Auswirkungen kann sich Reinhard Krön von Sport Krön vorstellen. "Das ist ein zweischneidiges Schwert", sagt Krön. Die ein oder andere Branche werde im Falle einer Ansiedlung sicherlich getroffen. "Andererseits sprechen wir auch von tausenden von Kunden, von denen sicherlich auch einige das Umland beleben."

Mehr Verkehr in Sprockhövel?

Das sieht auch Wolfgang Weiss so. Allerdings meint er es in Bezug auf das zusätzliche Verkehrsaufkommen. "Wenn die Autobahn dicht ist, dann geht hier gar nichts mehr."

Ein anderer Einzelhändler sieht Ikea als Chance für den Einzelhandel. "Der kann sowieso nur überleben, wenn er sich absetzt und seine Besonderheiten betont", so der Geschäftsinhaber. Er möchte allerdings anonym bleiben. Die Ikea-Ansiedlung hat in diesen Tagen zu viele Gegner.

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