Sanierung: Das Land hat kein Geld, um die Frostschäden auf der L525 vernünftig zu reparieren.

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Schlaglochpiste Wittener Straße: Das Geld reicht nur für Flickschusterei.

Schlaglochpiste Wittener Straße: Das Geld reicht nur für Flickschusterei.

Andreas Fischer

Schlaglochpiste Wittener Straße: Das Geld reicht nur für Flickschusterei.

Hiddinghausen. Die Mitteilung des Landesbetriebs Straßen schlug in Hiddinghausen ein wie ein Blitz: Nicht nur, dass die Geschwindigkeit auf der L 525, der Wittener Straße zwischen Hiddinghausen und Witten wegen Frostschäden von 70 auf 50 oder 30 Stundenkilometer herabgesetzt werden musste.

Vor allem der Zusatz, dass die Straße vermutlich auch in diesem Jahr wegen Geldknappheit nicht saniert werden kann, stieß auf Unverständnis. "Ich bekomme ständig Anrufe von Hiddinghausern, die fragen, was das soll. Vor zwei Jahren hatte ein Vertreter des Landesbetriebs noch versprochen, dass die Sanierung 2009 kommen soll. Wir fühlen uns veräppelt", sagt Markus Gronemeyer, SPD-Ratsmitglied aus Hiddinghausen.

Ob saniert wird, hängt von zusätzlich bereitgestelltem Geld ab

In der Tat resultieren die zahlreichen Schlaglöcher in der Ortsdurchfahrt sowie auf dem Weg nach Witten vor allem daraus, dass vorherige Ausbesserungen wieder abgeplatzt sind. Oft hat sich dabei noch mehr Asphalt gelöst. Auch jetzt soll als Sofortmaßnahme zunächst mit Kaltasphalt an den schlimmsten Auswüchsen herumgedoktert und wenn es wärmer wird, mit heißem Asphalt geflickt werden.

"Wir wissen, dass die Straße seit zehn Jahren überfällig ist, aber in der Priorität ist sie immer weiter durchgerutscht", sagt Eberhard Zimmerschied, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr der Regionalstelle Siegen des Landesbetriebs Straßenbau mit Blick auf auf fehlende Geldmittel. Das Land halte den Landesbetrieb deutlich knapper als der Bund seine Bundesstraßen und Autobahnen. Folge: Die B51 wurde in den vergangenen Jahren in Spockhövel durchgängig saniert.

Bei den Hiddinghausern kam das nicht gut an. Die L 525 ist in deutlich schlechterem Zustand. "Wir versuchen alles. Ob in diesem Jahr noch etwas geht, hängt davon ab, wie viel zusätzliches Geld wir vom Land bekommen”, sagt Zimmerschied. Mit sieben Kilometern Länge und einem vermutlichen Kostenaufwand von einer Million Euro sei das kein kleiner Happen. Im Straßenbauprogramm, das der Landesinnenminister vergangene Woche veröffentlicht hat, taucht die L525 nicht auf.

Wer Schäden auf städtischen Straßen melden möchte, ist beim städtischen Bauhof an der richtigen Adresse, Telefon 02339/917 291. Für Landesstraßen ist die Straßenmeisterei an der Gevelsberger Straße zuständig, Telefon 02339/91450. Ganz schlimm sieht derzeit etwa auch die Wuppertaler Straße, L 70, im Bereich Quellenburg, Draing aus.

Im Etat der Stadt sind bisher 290 000 Euro an Investitionsmitteln zur Erneuerung von Straßen und Wegen vorgesehen und 150 000 Euro für Sofortmaßnahmen der Straßenunterhaltung und Verkehrssicherungsmaßnahmen. Alle Investitionen müssen aber erst von der Finanzaufsicht abgesegnet werden. Erst danach soll eine neue Prioritätenliste erstellt werden

Gleichzeitig hatte der Minister versprochen, im Hinblick auf die Frostschäden Mittel aus dem Neubauprogramm umschichten zu wollen und in den Unterhaltungsetat zu stecken. "Ein, zwei Millionen fallen in der Regionalstelle Siegen bei einem Straßennetz von 1100 Kilometer Landesstraßen kaum ins Gewicht", sagt Zimmerschied. Mit der L 924, die zwischen Herdecke und Witten nach einem Böschungsrutsch gesperrt wurde, habe man auch ein dringendes Projekt. Bisher seien vom Land nur 12,9 Millionen Euro für Straßensanierung im Bereich der Regionalstelle zugesagt.

So kann man in Hiddinghausen nur auf zusätzliche Mittel vom Land hoffen und in der Landesbetrieb-Niederlassung Hagen Druck machen. Zimmerschied: "Wir haben hier schon ein Dutzend Protestschreiben und eine Menge Anrufe erhalten."

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